Tropic sammelt 97,0 Mio. € in Series C ein – Genbearbeitung für tropische Feldfrüchte
Das britische Agtech-Unternehmen Tropic hat in seiner Series C 97,0 Mio. € eingesammelt. Die Runde wird von den Investoren Forbion und Corteva angeführt und unterstreicht das wachsende Interesse an Lösungen für nachhaltige Landwirtschaft in Schwellenländern. Mit diesem Kapital positioniert sich das Unternehmen als Vorreiter bei der Entwicklung krankheitsresistenter und ertragreicherer Nutzpflanzen.
Genbearbeitung für hungernde Märkte
Tropic entwickelt genbearbeitete Sorten von Bananen und Reis – zwei der weltweit wichtigsten Feldfrüchte für Ernährungssicherheit. Das Unternehmen nutzt seine proprietäre GEiGS®-Plattform in Kombination mit CRISPR-Genbearbeitungstechnologien, um Nutzpflanzen zu schaffen, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten sind, höhere Erträge liefern und unter sich ändernden Klimabedingungen besser gedeihen. Der Ansatz adressiert ein zentrales Problem der modernen Landwirtschaft: Traditionelle Züchtungsmethoden sind zeitaufwändig, während Ernteverluste durch Krankheiten und Klimastress in tropischen Regionen erheblich sind.
Die Technologie von Tropic unterscheidet sich von klassischen genetischen Modifikationen durch die präzisere CRISPR-Bearbeitung. Dies ermöglicht schnellere Entwicklungszyklen und potenziell eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz, da die entstehenden Sorten keine Fremdgene enthalten – nur gezielt veränderte Gene der Zielkultur selbst. Bananen und Reis wurden strategisch ausgewählt, da sie Grundnahrungsmittel für Milliarden Menschen sind, insbesondere in Afrika und Asien, wo der Bevölkerungsdruck und der Klimawandel zusätzlichen Druck auf die Erntesicherheit ausüben.
Starke Investorengruppe mit Branchenkompetenz
Die Series C wurde von Forbion und Corteva als Lead-Investoren angeführt. Forbion ist spezialisiert auf Life-Science-Investitionen mit Fokus auf Biotechnologie, während Corteva Agriscience ein globaler Agrarkonzern ist, der Saatgut und Pflanzenschutzmittel entwickelt – eine strategische Partnerschaft für Tropic. Neben den Leads beteiligen sich auch etablierte Investoren wie Temasek (Staatsfonds Singapur), Just Climate, IQ Capital und Polaris Partners an der Runde.
Das frische Kapital soll primär in die Produktentwicklung und klinische Validierung fließen, um Tropics Bananen- und Reissorten zur Marktreife zu bringen. Ein Teil wird für Expansion in Zielländern eingesetzt, insbesondere für Partnerschaften mit lokalen Farmverbänden und Behörden zur Zulassung genbearbeiteter Sorten. Auch der Aufbau von Forschungs- und Produktionskapazitäten sowie regulatorische Expertenteams gehört zu den Verwendungszwecken.
Markttrends begünstigen biotechnologische Lösungen
Die Investition in Tropic reflektiert einen größeren Trend: Weltweit steigt der Druck auf nachhaltige Lösungen für Ernährungssicherheit. Die UN prognostiziert, dass die Weltbevölkerung bis 2050 auf knapp 10 Milliarden anwächst, während Anbauflächen begrenzt bleiben und der Klimawandel Erträge gefährdet. Gleichzeitig lockern mehrere Länder – besonders in Afrika und Asien – ihre Regulierung für genbearbeitete Kulturen, wenn diese keine neuen Fremdgene einschleusen.
Tropics Finanzierungsrunde zeigt auch das wachsende Vertrauen von etablierten Agrarkonzernen in Biotechnologie-Startups. Corteva's Beteiligung deutet darauf hin, dass große Player genbearbeitete Sorten als strategisch relevant ansehen. Mit 97,0 Mio. € liegt diese Runde im oberen Segment von Agtech-Finanzierungen, vergleichbar mit anderen gut finanzierten Biotech-Startups im Agrarsektor.
Nächste Meilensteine
Tropic hat mit dieser Series C insgesamt 97,0 Mio. € eingesammelt. Das Unternehmen mit Sitz in Norwich, Vereinigtes Königreich, zielt darauf ab, erste Bananen- und Reissorten in den nächsten zwei bis drei Jahren in Pilotprojekten zu testen und anschließend mit lokalen Partnern in Zielländern zu skalieren. Erfolg würde nicht nur Tropic selbst transformieren, sondern potenziell Millionen von Bauern und Verbrauchern in Entwicklungsländern zugute kommen.






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