Factorymaker sammelt 1,1 Mio. € in Pre-Seed-Runde ein
Das Wiener Startup Factorymaker hat in einer Pre-Seed-Runde 1,1 Mio. € eingesammelt. Die Finanzierungsrunde wird von 2bX angeführt und zeigt das wachsende Investor-Interesse an KI-Lösungen für die industrielle Planung und Fertigung.
Automatisierung der Fabrikplanung mit generativer KI
Factorymaker entwickelt eine Cloud-basierte Plattform, die den Planungsprozess für industrielle Gebäude und Produktionslayouts grundlegend transformiert. Das Wiener Team setzt dabei auf generative KI und Machine Learning, um hundertausende Designvarianten innerhalb von Minuten zu generieren und zu optimieren – ein Prozess, der im klassischen Planungsalltag mehrere Wochen in Anspruch nimmt.
Das Kernproblem, das Factorymaker adressiert, ist ein klassisches in der Industrie: Die Planung von Produktionsstätten ist extrem zeitaufwendig, ressourcenintensiv und wird traditionell von kleinen Teams manuell durchgeführt. Dabei entstehen häufig suboptimale Lösungen, weil gar nicht alle möglichen Varianten evaluiert werden können. Die Plattform ändert diesen Ansatz radikal: Sie generiert automatisch vielversprechende Designvarianten und bewertet diese anschließend nach mehreren Dimensionen – Kosten, Workflow-Effizienz und Umweltauswirkungen. Dies ermöglicht es Planern, fundierte Entscheidungen auf Basis von deutlich besseren Datengrundlagen zu treffen und gleichzeitig erheblich Zeit zu sparen.
Das Geschäftsmodell richtet sich an große Industrieunternehmen, Engineering-Büros und Fertigungsbetriebe, die regelmäßig Produktionsstätten erweitern oder neu konzipieren. Besonders attraktiv ist die Lösung für Unternehmen, die mit komplexen Anforderungen und hohem Kostenoptimierungsdruck arbeiten – also nahezu der gesamte produzierende Sektor.
Starke Investoren für ambitioniertes Wachstum
Die Pre-Seed-Runde wird von 2bX angeführt, dem Venture-Capital-Arm der Wiener Agentur 2b Ahead. Das Unternehmen hat sich als strategischer Partner für tieftech- und sciencebasierte Startups etabliert und bringt neben Kapital auch operative Expertise in Skalierungsfragen mit. Ebenfalls beteiligt ist XISTA Science Ventures, ein auf wissenschaftliche und technologieintensive Gründungen spezialisierter Investor.
Das frische Kapital soll primär für die Produktentwicklung, den Ausbau des Teams sowie die Markterschließung eingesetzt werden. Für ein Pre-Seed-Startup liegt der Fokus damit auf der Verfestigung der Produktmarktfitness und dem Aufbau der notwendigen technischen sowie kommerziellen Infrastruktur für das Scaling.
Industrielle KI im Boom – ein ideales Timing
Factorymaker profitiert von mehreren günstigen Branchentrends. Erstens ist die generative KI in der produzierenden Industrie angekommen und wird dort zunehmend als transformative Kraft wahrgenommen. Zweitens erleben Unternehmen massiven Druck durch Fachkräftemangel – Automatisierung von Planungsprozessen ist damit nicht nur ein Kostenspiel, sondern auch eine Notwendigkeit. Drittens wächst der Fokus auf Nachhaltigkeit und ESG-Kriterien, was die integrierte Evaluierung von Umweltauswirkungen im Planungsprozess attraktiver macht.
Ähnliche KI-Lösungen für spezialisierte Planungsaufgaben haben in den letzten Jahren erhebliches Investoreninteresse geweckt. Startups, die maschinelles Lernen auf klassische Ingenieuraufgaben anwenden, gelten als stark unterfinanziert und überrepräsentiert in erfolgreichen Exits – ein Muster, das auch für Factorymaker spricht.
Großes Potenzial im deutschsprachigen Raum
Factorymaker sitzt in Wien und hat mit dieser ersten Finanzierungsrunde insgesamt 1,1 Mio. € eingesammelt. Mit dieser Basis soll das Startup in den kommenden Monaten seine Produktentwicklung vorantreiben, die ersten Kundenreferenzen generieren und die Go-to-Market-Strategie konkretisieren. Der deutschsprachige Raum mit seiner starken Industrie und hohen Affinität für Technologielösungen bietet enormes Wachstumspotenzial – sowohl auf B2B-Seite als auch für Enterprise-Deals mit großen Konzernen.






