Enviotech sammelt 1,1 Mio. Euro für intelligente Straßenbeleuchtung ein
Das Berliner Startup Enviotech hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 1,1 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wurde von Jürgen Fitschen angeführt und zeigt das wachsende Investoreninteresse an intelligenten Lösungen für die städtische Infrastruktur. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine Retrofit-Technologie für Straßenbeleuchtung marktreif machen und den Vertrieb in deutschen Kommunen vorantreiben.
Intelligente Nachrüstung statt teurer Neukauf
Enviotech hat sich auf ein Problem konzentriert, das Städte und Gemeinden seit Jahren beschäftigt: Die Modernisierung von Straßenbeleuchtung ist teuer und zeitaufwändig. Statt komplette Leuchten auszutauschen, bietet das Startup Retrofit-Kits an, die auf vorhandene Leuchten aufgesetzt werden. Die Lösung ermöglicht es Kommunen, ihre Beleuchtungsinfrastruktur intelligent zu upgraden – ohne die bestehende Hardware komplett zu ersetzen.
Die Technologie reduziert den Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent. Das funktioniert durch intelligente Dimmung, bedarfsgerechte Helligkeit und optimierte Betriebszeiten. Ein weiterer Vorteil ist die Installation: Die Retrofit-Kits lassen sich in unter 15 Minuten anbringen, was Ausfallzeiten minimiert und die Implementierungskosten senkt. Darüber hinaus bietet die Lösung Echtzeit-Monitoring und Fernsteuerung – Kommunen können ihre Straßenbeleuchtung zentral verwalten, überwachen und anpassen.
Das Geschäftsmodell zielt direkt auf Städte und Gemeinden ab, die unter dem Druck steigen, ihre Energieausgaben zu senken und ihre Infrastruktur nachhaltig zu gestalten. Im Kontext steigender Energiepreise und verschärfter Klimaziele ist das ein großer Hebel für Kommunen, um schnell Einsparungen zu erzielen.
Starkes Investorenteam mit technologischem Hintergrund
Die Pre-Seed-Runde wurde von Jürgen Fitschen angeführt. Fitschen ist ein erfahrener Entrepreneur und Investor mit Fokus auf Deep Tech und Hardware-Lösungen. Ihm zur Seite stehen Joachim Drees, Alexander Eyhorn und Danilo Jovicic-Albrecht – ein Team, das sowohl operative Expertise als auch Branchennetzwerk mitbringt. Die Zusammensetzung deutet darauf hin, dass die Investoren Enviotech nicht nur Kapital zur Verfügung stellen, sondern auch bei der Produktentwicklung und Markterschließung unterstützen wollen.
Die 1,1 Mio. Euro werden primär für die Weiterentwicklung der Technologie, den Aufbau des Vertriebsteams und erste Pilotprojekte mit deutschen Kommunen eingesetzt. Dies ist typisch für Pre-Seed-Phasen: Das Kapital ermöglicht es dem Startup, aus der Konzeptphase in eine validierte Marktpräsenz überzugehen.
Smart-City-Infrastruktur als Wachstumsmarkt
Das Marktumfeld für intelligente Straßenbeleuchtung ist günstig. Europäische Kommunen investieren verstärkt in digitale Infrastruktur und Energieeffizienz – getrieben durch EU-Vorgaben und nationale Klimaziele. Deutschland mit seinen über 7 Millionen Straßenlaternen ist ein großer und fragmentierter Markt, dominiert von traditionellen Anbietern. Für einen innovativen Newcomer wie Enviotech bietet dies erhebliches Potenzial.
Vergleichbare Lösungen im Bereich Smart-City-Beleuchtung existieren bereits, etwa von größeren Industriekonzernen oder etablierten LED-Herstellern. Enviotechs Vorteil liegt in der reinen Retrofit-Fokussierung, der einfachen Installation und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Pre-Seed-Finanzierung ist für diese Kategorie angemessen – sie zeigt, dass das Unternehmen noch vor großen Serien-Investitionen steht, aber ein validiertes Konzept und ein starkes Team hat.
Nächste Schritte und Expansionspläne
Enviotech sitzt in Berlin und hat insgesamt 1,1 Mio. € eingesammelt. Mit dieser Finanzierung möchte das Startup in den kommenden Monaten erste Referenzprojekte mit deutschen Städten umsetzen, um die Technologie im Echtbetrieb zu validieren. Der Fokus liegt auf der Gewinnung früher Kundenreferenzen, die für die Skalierung in größere Ausschreibungsverfahren essentiell sind. Mittelfristig plant Enviotech, auch andere Märkte in Europa zu erschließen – ein logischer Schritt, da die Herausforderungen bei der Straßenbeleuchtung in allen Ländern ähnlich sind.








