OXCCU sichert sich 2,1 Millionen Euro in Förderung für nachhaltige Flugkraftstoffe
Das britische Deeptech-Unternehmen OXCCU hat eine Förderung in Höhe von 2,1 Mio. € für die Entwicklung seiner innovativen Technologie zur Herstellung nachhaltiger Flugkraftstoffe erhalten. Die Finanzierung unterstreicht das wachsende Interesse von Geldgebern und Förderinstitutionen an Lösungen für die Dekarbonisierung des Luftverkehrssektors. Mit dieser zusätzlichen Kapitalzuführung hat das Oxford-University-Spin-out insgesamt 27,7 Mio. € eingesammelt und positioniert sich als vielversprechender Akteur in einem Markt, der unter enormem regulatorischen und ökonomischem Druck steht, seine CO2-Emissionen zu reduzieren.
OXCCU hat sich auf die Entwicklung eines Einstufenprozesses spezialisiert, der CO2-Emissionen und Abfallkohlenstoff direkt in nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) umwandelt. Das Unternehmen nutzt dafür patentierte eisenbasierte Katalysatoren und eine proprietäre Direktsynthese-Technologie. Im Gegensatz zu etablierten SAF-Herstellungsverfahren, die mehrere Zwischenschritte erfordern und energieintensiv sind, ermöglicht OCCUs Ansatz eine effizientere und kostengünstigere Umwandlung. Das Verfahren könnte Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen zu verringern. Die Technologie adressiert ein zentrales Problem der Luftfahrtindustrie: Die International Civil Aviation Organization (ICAO) hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 CO2-neutral zu wachsen. SAF ist dabei ein kritischer Hebel, da es in bestehenden Flugzeugen eingesetzt werden kann, ohne dass Umrüstungen notwendig sind.
Die aktuelle Förderung wurde über institutionelle Kanäle bereitgestellt und soll die weitere Entwicklung und Validierung der Katalysatortechnologie sowie die Skalierbarkeit des Verfahrens vorantreiben. Das Unternehmen plant, die Mittel primär für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie für den Aufbau von Pilotanlagen einzusetzen. Diese Phase ist entscheidend, um die Technologie aus dem Labormaßstab in kommerziell viable Dimensionen zu überführen und Proof-of-Concept-Demonstrationen für potenzielle Partner in der Luftfahrtindustrie zu erbringen.
OXCCU profitiert von mehreren günstigen Markttrends. Die globale Nachfrage nach SAF wächst exponentiell, getrieben durch EU-Mandate wie die ReFuelEU-Verordnung, die ab 2025 einen Mindestanteil an nachhaltigen Treibstoffen in Flugzeugen vorsieht, sowie durch ähnliche Regulierungen in den USA und anderen Märkten. Parallel dazu erleben Carbon-Capture-and-Utilisation-Technologien (CCU) wachsende Investitionen von Venture-Capital- und Corporate-Investoren. Die Förderung folgt auf eine Series-B-Runde im September 2025, in der OXCCU 25,6 Mio. € eingesammelt hat. Diese schnelle Kapitalzufuhr deutet darauf hin, dass das Unternehmen seinen Investoren und Fördergebern überzeugende Fortschritte in der Technologieentwicklung demonstriert hat.
Das 1,7 Mrd. € große Marktvolumen für nachhaltige Flugkraffstoffe wird bis 2030 voraussichtlich auf ein Mehrfaches anwachsen. Unternehmen wie OXCCU konkurrieren mit anderen innovativen Ansätzen zur SAF-Herstellung, etwa chemische Synthesen über Fischer-Tropsch-Verfahren oder biologische Konversionsmethoden. OCCUs Fokus auf direkter Katalyse mit eisenbasierten Materialien könnte einen signifikanten Kostenvorteil bieten, zumal Eisen weit verfügbar und wirtschaftlich ist.
OXCCU hat seinen Sitz in Oxford und kann auf das technische Wissen und die Forschungskapazitäten der Universität zurückgreifen. Mit 27,7 Mio. € Gesamtfinanzierung ist das Unternehmen gut positioniert, um in den kommenden Jahren eine oder mehrere Pilotproduktionsanlagen zu realisieren und erste kommerzielle Partnerschaften mit Fluggesellschaften oder Flughafen-Betreibern zu etablieren. Die nächsten Meilensteine dürften die erfolgreiche Skalierung des Katalysators, die Validierung der Kosteneffizienz im Pilotmaßstab und die Sicherung von First-Customer-Vereinbarungen sein.







