Linexa sichert sich 2,2 Millionen Euro für KI-Plattform zur Optimierung von Produktionsanlagen
Das Startup Linexa hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,2 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wurde von Project A angeführt und mit Unterstützung von Bastian Nominacher, Thomas Böck und Christian Schlögel durchgeführt. Das Kapital soll das deutsche Unternehmen dabei unterstützen, seine KI-gestützte Plattform zur Dekodierung und Optimierung von Legacy-Automatisierungssystemen in der Industrie zu entwickeln und am Markt zu etablieren.
Ein Problem mit großem wirtschaftlichem Potenzial
Linexa entwickelt eine KI-Plattform, die ein zentrales Problem der Fertigungsindustrie adressiert: Die Dekodierung und Optimierung von Legacy-Automatisierungssystemen. In vielen Produktionsbetrieben ist noch immer Automatisierungscode aus den 1990er und 2000er Jahren im Einsatz – oft in proprietären Programmiersprachen und auf verschiedenen Plattformen implementiert. Diese sogenannte Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS oder PLC – Programmable Logic Controller) ist die Basis für die Kontrolle von Maschinen und Produktionslinien.
Das Unternehmen hat eine Lösung entwickelt, die es schafft, diese komplexen und häufig undokumentierten Legacy-Systeme zu verstehen und zu analysieren – unabhängig vom Hersteller und der verwendeten Programmiersprache. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz dekodiert die Plattform die dahinterliegende Logik und macht sie für moderne, datengestützte Optimierungen zugänglich.
Das Geschäftsmodell richtet sich an Fertigungsunternehmen mittlerer und größerer Größe, die ihre Produktionslinien effizienter gestalten wollen, ohne ihre bestehenden Systeme vollständig austauschen zu müssen. Statt teure und zeit-intensive Modernisierungen durchführen zu müssen, ermöglicht Linexa es Unternehmen, in ihre bestehende Infrastruktur intelligente Überwachungs- und Optimierungsfunktionen zu integrieren. Dies reduziert Ausfallzeiten, verbessert die Produktionsqualität und senkt die Betriebskosten – alles ohne den Bedarf für einen Systemwechsel.
Starke Investorenbasis für Industrietechnik
Die Pre-Seed-Runde wurde von Project A angeführt. Der VC-Fonds gilt als spezialisiert auf Früh-Phase-Investitionen in Titech und Hard-Tech-Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Neben Project A beteiligten sich auch die Business Angels Bastian Nominacher, Thomas Böck und Christian Schlögel an der Finanzierungsrunde. Diese Gruppe bringt operative Erfahrung in Industrieunternehmen und Automatisierungstechnik mit.
Das frische Kapital wird vorrangig in die Weiterentwicklung der KI-Plattform fließen, um die Dekodierungsfähigkeiten zu erweitern und weitere PLC-Varianten und Hersteller-Plattformen zu unterstützen. Darüber hinaus sollen damit der technische und Sales-& Marketing-Aufbau vorangetrieben werden. Mit der Pre-Seed-Finanzierung positioniert sich Linexa für eine schnellere Marktdurchdringung und erste commerzielle Kundenprojekte.
Marktsituation und Branchentrends
Der Markt für Industrial IoT und Smart Manufacturing ist groß und wächst kontinuierlich. Studien deuten darauf hin, dass viele mittelständische und größere Fertigungsbetriebe in digitale Lösungen zur Produktionsoptimierung investieren möchten – allerdings unter dem Druck, ihre funktionierenden Legacy-Systeme nicht einfach zu ersetzen. Linexa bedient damit eine Nische, die bislang unterversorgt ist: Lösungen für die Integration von modernen Datenanalysen und KI in bestehende, ältere Automatisierungssysteme.
Der Wettbewerbsdruck aus der Industrie 4.0-Bewegung und dem Industrial IoT-Sektor wächst, bietet aber Startups wie Linexa auch Chancen. Deutsche Fertigungsbetriebe sind global erfolgreich, verfügen aber oft über veraltete Kontrollsysteme. Eine Lösung zur intelligenten Ertüchtigung dieser Systeme könnte gerade im deutschsprachigen Markt auf hohe Nachfrage stoßen.
Nächste Schritte und Wachstumsziele
Linexa ist mit dieser ersten Finanzierungsrunde auf 2,2 Mio. € Gesamtkapital gekommen. Das Unternehmen plant, in den kommenden Monaten erste Pilot-Projekte mit Industriekunden zu starten und die Plattform produktiv zu testen. Mit den neuen Mitteln wird das Team ausgebaut, um sowohl technische als auch kommerzielle Kapazitäten zu schaffen. Eine nachfolgende Seed-Runde dürfte für eine größere Marktexpansion über Deutschland hinaus folgen.







