Andercore sammelt 36,8 Mio. € in Series-B-Runde ein – KI-Plattform für industriellen Großhandel skaliert
Andercore hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 36,8 Mio. € eingesammelt. Die Runde wurde von Atomico angeführt und zeigt das wachsende Investor-Interesse an KI-gestützten Lösungen für den traditionellen B2B-Handel. Das Berliner Unternehmen adressiert einen Markt, der bislang von Fragmentierung und manuellen Prozessen geprägt ist.
Digitalisierung des globalen Industriehandels
Andercore hat sich zum Ziel gesetzt, den weltweiten Handel mit Infrastruktur-, Energie- und Konstruktionsmaterialien grundlegend zu digitalisieren. Die Plattform verbindet globale Lieferanten mit lokalen Käufern über eine zentrale, KI-gesteuerte Lösung. Der Fokus liegt dabei auf Europa, wobei die Plattform Unternehmen in Branchen wie Bauwirtschaft, Energiewende und Infrastrukturentwicklung bedient – Sektoren mit erheblichem Wachstumspotenzial.
Das Kernproblem, das Andercore adressiert, ist bekannt: Einkäufer müssen heute noch zwischen hunderten verschiedenen Lieferanten jonglieren, Preise manuell vergleichen und komplexe Prozesse wie Angebotserstellung und Finanzierung koordinieren. Dies ist zeit- und kostenintensiv. Andercore automatisiert diese Workflows durch Künstliche Intelligenz. Die Plattform übernimmt die Bestandsverwaltung, Preisoptimierung, Angebotsautomatisierung, Finanzierungsanbindung und sogar die globale Logistik-Koordination.
Was Andercore von traditionellen Handelsplattformen unterscheidet, ist die konsequente Nutzung von KI nicht nur für Matching-Algorithmen, sondern für den gesamten Transaktions-Workflow. Dies ermöglicht Skalierung bei gleichzeitig besserer Benutzererfahrung für beide Seiten – Lieferanten profitieren von höherer Marktexposition, Käufer von schnelleren, transparenteren Beschaffungsprozessen.
Starkes Investor-Konsortium treibt Expansion voran
Die Series-B-Runde wurde von Atomico, dem europäischen Venture-Capital-Fonds mit Schwerpunkt auf B2B-SaaS und Deep Tech, angeführt. Project A, ein führender deutscher Investor mit Fokus auf Softwarelösungen, ist ebenfalls dabei. Neu in der Runde sind mit Inven Capital, Commerzbank und KfW auch finanz- und wirtschaftsnahe Investoren – ein Signal für die Relevanz von Andercore im europäischen Finanzökosystem.
Die Beteiligung von Commerzbank und KfW ist besonders bemerkenswert: Sie signalisiert institutionelles Vertrauen und könnte Andercore bei der Integration von Finanzierungslösungen direkt ins Ökosystem unterstützen. Dies ist für ein B2B-Handelsunternehmen zentral, da viele Großeinkäufe mit Finanzierung einhergehen.
Das frische Kapital soll primär in die Produktentwicklung, Marktexpansion und den Teamaufbau fließen. Andercore plant, seine KI-Capabilities auszubauen und in weitere europäische Länder zu expandieren. Auch die Entwicklung zusätzlicher Vertikalen – also spezialisierter Plattformen für weitere Industrien – dürfte auf der Roadmap stehen.
B2B-Commerce erlebt Renaissance durch KI
Der Kontext ist günstig für Andercore: Der europäische B2B-Handel steht unter Druck, digital zu werden. Gleichzeitig ermöglicht moderne KI nun Lösungen, die vorher wirtschaftlich nicht rentabel waren. Ähnliche Finanzierungen wie bei Komply.io oder anderen Supply-Chain-Plattformen zeigen, dass Investoren bereit sind, in digitalisierte Wertschöpfungsketten zu investieren.
Andercore profitiert zudem von langfristigen Trends: der Energiewende, der zunehmenden Digitalisierung von Produktionsprozessen und dem Fachkräftemangel in logistischen Rollen. Eine KI-getriebene Plattform, die manuelle Tätigkeiten reduziert, spricht direkt auf diese Herausforderung an.
Dies ist die erste Finanzierungsrunde Andercore, die wir berichten – ein bemerkenswert großer Sprung für ein B2B-Deep-Tech-Unternehmen. Der Betrag signalisiert, dass die Gründer ein etabliertes Geschäftsmodell mit klarer Produktmarkt-Fit vorweisen können.
Ambitioniertes Wachstum für europäischen B2B-Handel
Mit 36,8 Mio. € Gesamtfinanzierung sitzt Andercore nun gut finanziert da, um seinen Plan zu verfolgen: Europa für den digitalen Großhandel umzugestalten. In den kommenden Monaten dürfte es um Kundenakquisition, technologische Verbesserungen und die Erschließung neuer Branchen gehen. Mit diesem Investoren-Lineup hat das Unternehmen sowohl Venture-Expertise als auch institutionelle Unterstützung an seiner Seite.




