Infinite Roots sichert sich 53,4 Millionen Euro in Series-B-Finanzierung
Das Berliner Biotech-Startup Infinite Roots hat eine Series-B-Finanzierung in Höhe von 53,4 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Die Runde wird vom European Innovation Council angeführt und unterstreicht das wachsende Vertrauen von etablierten Investoren in die Technologie des Unternehmens zur Herstellung von Pilzfleisch-Alternativen. Mit dieser Kapitalspritze zählt Infinite Roots zu einer neuen Generation von Biotechnologie-Startups, die auf Fermentationstechnologie setzen, um nachhaltige Lebensmittel im industriellen Maßstab zu produzieren.
Myzelium-Fleisch aus dem Biorektor
Infinite Roots nutzt eine patentierte Flüssigfermentationstechnologie, um Myzelium – das Wurzelwerk von Pilzen – zu züchten und in Lebensmittelprodukte umzuwandeln. Das Unternehmen produziert damit fleischlose Alternativen wie Frikadellen, Würstchen und Steaks, die durch ihre Nährstoffdichte und Textur überzeugen sollen. Das Myzelium wird dabei in Bioreaktoren gezüchtet, was eine ganzjährige, flächenunabhängige Produktion ermöglicht – ein entscheidender Vorteil gegenüber konventioneller Landwirtschaft.
Das Geschäftsmodell zielt auf mehrere Zielgruppen ab: Einerseits beliefert Infinite Roots Lebensmittelhersteller und Einzelhandelsketten mit Rohstoffen und Halbfertigprodukten. Andererseits bringt das Startup unter der Marke „Roots" eigene Konsumentenprodukte auf den Markt. Der Fokus liegt dabei auf dem europäischen Markt, insbesondere in Deutschland, wo pflanzliche und alternative Proteinquellen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Das Unternehmen positioniert sich im schnell wachsenden Segment der Mykoprotein-Technologien, wo es mit anderen innovativen Akteuren konkurriert. Infinite Roots differenziert sich jedoch durch seine Flüssigfermentationstechnologie, die eine höhere Produktionseffizienz und bessere Skalierbarkeit versprechen soll als traditionelle Oberflächenfermentation.
Prominente Investorengruppe mit starkem Industrie-Zugang
Der Lead-Investor European Innovation Council ist das EU-Programm zur Unterstützung von hochinnovativen Startups und KMUs und bringt neben Kapital auch institutionelle Glaubwürdigkeit mit. Das Konsortium wird von etablierten Venture-Capital-Gebern wie Redalpine und den auf Lebensmittel spezialisierten Investoren bereichert. Besonders bemerkenswert ist die Beteiligung der Dr. Hans Riegel Holding, ein Unternehmen mit tiefem Branchenwissen in der Lebensmittelindustrie, sowie der REWE Group, Deutschlands führender Lebensmittelgroßhandels- und Einzelhandelskette.
Diese prominente Investorenkonstellation signalisiert großes Vertrauen in das Geschäftsmodell und könnte Infinite Roots einen direkten Zugang zu Distributionskanälen und industriellem Know-how verschaffen. Das frische Kapital soll für die Skalierung der Produktionskapazitäten, die Expansion in neue Märkte und die Stärkung des Teams eingesetzt werden. Daneben ist die Weiterentwicklung der Technologie sowie der Launch neuer Produkte geplant.
Trendmarkt Alternative Proteine in Bewegung
Infinite Roots profitiert von mehreren starken Megatrends: dem wachsenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit, dem Rückgang des Pro-Kopf-Fleischkonsums in Europa und dem regulatorischen Druck zur Reduktion von Treibhausgasen in der Lebensmittelproduktion. Die Mykoprotein-Technologie gilt als eine der vielversprechendsten Alternativen zu Fleisch und pflanzlichen Proteinen, da sie hohe Proteingehalte mit guter Umweltbilanz kombiniert.
Der deutsche Markt für alternative Proteine boomt: Weitere Finanzierungsrunden in diesem Sektor zeigen das intensive Investoreninteresse. Infinite Roots profitiert zusätzlich von der Unterstützung durch die EU-Innovationspolitik, die biotechnologische Lebensmittellösungen aktiv fördert.
Nächste Phase der Expansion
Infinite Roots konzentriert sich auf die Hochskalierung seiner Produktionskapazitäten und plant die Erweiterung seines Produktportfolios. Mit insgesamt 53,4 Mio. € bereits eingesammelt verfügt das Berliner Startup über substanzielle Mittel, um die ambitionierten Wachstumspläne umzusetzen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell das Unternehmen seine Fermentationstechnologie vom Labor in die industrielle Massenproduktion überführen kann und welche Marktakzeptanz seine Myzelium-Produkte bei Konsumenten und im Einzelhandel finden.










