Exergy3 sammelt 12,3 Millionen Euro für Hochtemperatur-Wärmespeicher ein
Das Cleantech-Unternehmen Exergy3 hat in einer Seed-Runde 12,3 Millionen Euro eingesammelt. Die Finanzierung wird von Axeleo Capital angeführt und unterstreicht das wachsende Investor-Interesse an innovativen Lösungen für die Dekarbonisierung der Industrie. Mit diesem Kapital positioniert sich das britische Unternehmen als vielversprechender Akteur im Bereich der Wärmespeicher-Technologie.
Speicherung von erneuerbarer Energie als Wärme
Exergy3 hat sich auf ultra-hochtemperatur-Wärmespeichersysteme spezialisiert, um eines der größten Dekarbonisierungsprobleme der Industrie zu adressieren. Das Unternehmen nutzt dabei ein innovatives Konzept: Überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird in thermische Energie umgewandelt und bei extrem hohen Temperaturen gespeichert. Diese hochwertige Wärme kann anschließend zur Versorgung energieintensiver Industrieprozesse eingesetzt werden – etwa in der Chemie-, Stahl-, oder Keramikproduktion, wo hohe Prozesstemperaturen unverzichtbar sind.
Das Geschäftsmodell von Exergy3 adressiert damit gleich mehrere zentrale Herausforderungen: Zum einen ermöglicht die Technologie der Industrie, ihre Wärmeerzeugung zu dekarbonisieren, ohne bestehende Anlagen komplett umgestalten zu müssen. Zum anderen trägt das System zur Netzstabilisierung bei, indem es Überkapazitäten aus dem Stromnetz aufnimmt und zeitversetzt wieder abgibt. Zusätzlich verbessert es die Energiesicherheit, indem es Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern und Gasimporten reduziert.
Axeleo Capital führt prominentes Investor-Konsortium an
Die Seed-Runde wurde von Axeleo Capital angeführt, einem französischen Venture-Capital-Fonds, der sich auf innovative Klimatechnologien konzentriert. An der Finanzierungsrunde beteiligten sich zudem Bayern Kapital, Scottish Enterprise, Old College Capital, Kibo Invest und Zero Carbon Capital. Dieses internationale Investor-Konsortium zeigt das breite Interesse an Exergy3s Technologie – sowohl auf europäischer als auch auf regionaler Ebene.
Die neuen Mittel sollen primär für die Weiterentwicklung der Wärmespeicher-Technologie, den Aufbau des Teams und die Vorbereitung auf Pilotprojekte mit Industriepartnern verwendet werden. In dieser frühen Phase liegt der Fokus darauf, die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Lösung im realen industriellen Kontext zu demonstrieren.
Wachsendes Marktpotenzial im Industriesektor
Die Finanzierung von Exergy3 spiegelt einen bedeutenden Trend wider: Großbritannien und Europa investieren massiv in Technologien zur Dekarbonisierung der Schwerindustrie. Dies ist einer der schwierigsten Sektoren zum Elektrifizieren, da viele Prozesse auf hohe Temperaturen angewiesen sind, die durch reine Elektrifizierung schwer zu erreichen sind. Wärmespeicher-Technologien bieten hier einen pragmatischen Übergangspfad.
Der Markt für industrielle Wärmespeicherung wächst schnell, angetrieben durch strengere CO2-Regulierungen in der EU und im UK sowie durch steigende Energiekosten. Exergy3 konkurriert mit anderen innovativen Akteuren in diesem Bereich, positioniert sich aber durch seinen Fokus auf ultra-hochtemperatur-Anwendungen in einer spezialisierten Nische mit hohem Mehrwert.
Starker Start in die Gründungsphase
Mit 12,3 Millionen Euro in der Seed-Phase verfügt Exergy3 über ein solides Kapitalpolster, um die kritischen nächsten Entwicklungsschritte zu absolvieren. Das Unternehmen wird diese Mittel nutzen, um die Technologie zu skalieren, erste Referenzprojekte mit Industriekunden umzusetzen und sein Team auszubauen. Die Zusammensetzung der Investorenbasis – mit Bayern Kapital, Scottish Enterprise und anderen etablierten Akteuren – signalisiert institutionelle Unterstützung und könnte den Weg für zukünftige Finanzierungsrunden ebnen.
Exergy3 sitzt im Vereinigten Königreich und hat mit dieser Runde sein gesamtes bisher eingesammeltes Kapital auf 12,3 Millionen Euro gebracht. Die nächsten Monate dürften für die Validierung der Technologie mit ersten industriellen Partnern entscheidend sein. Sollten diese Pilotprojekte erfolgreich ausfallen, könnte das Unternehmen schnell in die Skalierungsphase übergehen – ein Markt, auf dem innovative Dekarbonisierungslösungen derzeit stark nachgefragt werden.







