FLIZpay sammelt 920 Tsd. € in Pre-Seed-Runde ein
Das Berliner Fintech-Startup FLIZpay hat eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 920 Tsd. € abgeschlossen. Die Runde wurde von der globalen Venture-Capital-Gesellschaft Antler angeführt und wird von einer Gruppe erfahrener Gründer und Führungskräfte aus der Fintech-Branche unterstützt. Mit dieser Kapitalausstattung will das junge Unternehmen seine Plattform ausbauen und die Markteinführung vorantreiben.
Das Problem der Zahlungsgebühren
FLIZpay adressiert ein zentrales Problem im europäischen Zahlungsverkehr: die hohen Transaktionsgebühren, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen belasten. Die Plattform bietet eine mobile Zahlungslösung, die Gebühren für die Mehrheit der Geschäfte eliminiert. Das Besondere am Ansatz: FLIZpay operiert unabhängig von globalen Payment-Providern und hält Zahlungsdaten vollständig innerhalb Europas, was regulatorische Anforderungen vereinfacht und Datenschutz erhöht.
Das Geschäftsmodell zielt darauf ab, Intermediäre aus der Zahlungskette zu entfernen. Während traditionelle Payment-Provider mehrschichtige Gebührenstrukturen mit verschiedenen Dienstleistern aufrechterhalten, ermöglicht FLIZpay direktere Transaktionsabwicklung. Dies reduziert nicht nur Kosten für Merchant und Konsumenten, sondern schafft auch mehr Transparenz und Kontrolle über sensible Zahlungsinformationen. Der europäische Fokus ist dabei kein Nachteil, sondern ein Alleinstellungsmerkmal – gerade für datenschutzbewusste Geschäfte und Verbraucher.
Starkes Investorensyndikat mit Fintech-Expertise
Das Investorensyndikat bringt erhebliche operative und strategische Erfahrung mit. Johannes Schaback, ehemaliger CTO von SumUp, kennt die Payment-Branche aus einer der erfolgreichsten europäischen Fintech-Gründungen. Andreas Veller und Achim Bönsch sind Mitgründer von viaFinTech, einem Unternehmen, das sich ebenfalls mit Zahlungslösungen und Banking-Integration beschäftigt hat. Manuel Sandhofer als EMEA-Leiter der Wise-Plattform bringt Erfahrung aus einem der größten europäischen Fintech-Erfolgsgeschichten mit. Philipp Kreibohm, Gründer von home24, verfügt über tiefe Expertise beim Aufbau und Skalierung von digitalen Plattformen.
Diese Zusammensetzung signalisiert, dass FLIZpay nicht nur Kapital erhält, sondern auch Mentorship und ein Netzwerk, das für die Expansion und strategische Partnerschaften entscheidend sein wird. Das Geld soll primär in die Produktentwicklung, in den Aufbau des Teams und in die initiale Markteinführung fließen. Mit erfahrenen Payment-Spezialisten im Boot dürfte der Fokus auch auf der technischen Implementierung von Payment-Rails und Compliance-Anforderungen liegen.
Zahlungswettbewerb in Europa verschärft sich
Die Pre-Seed-Finanzierung ist im Kontext eines dynamischen europäischen Zahlungsmarktes zu sehen. Während global tätige Player wie Square oder PayPal dominieren, entsteht in Europa ein Segment europäisch-fokussierter, datenschutz-orientierten Payment-Lösungen. Unternehmen wie Wise, Stripe und Mollie haben gezeigt, dass es großes Potenzial für spezialisierte Payment-Infrastruktur gibt. FLIZpay positioniert sich mit dem Ansatz „gebührenlos für die meisten" und „europäische Daten in Europa" in einem Segment, das sowohl regulatorisch sauberer als auch marketing-technisch attrakt für Privacy-bewusste Geschäfte ist.
Die Runde ist für ein Pre-Seed-Stadium substantiell. Sie deutet darauf hin, dass FLIZpay das Antler-Netzwerk bereits überzeugt hat und dass die Co-Investoren das Konzept als vielversprechend einstufen. Vergleichbare Fintech-Runden in diesem Stadium bewegten sich in der jüngeren Vergangenheit zwischen 500 Tsd. und 2 Mio. €, FLIZpay liegt im oberen Bereich dieser Spanne.
Nächste Phase: Markteinführung und Wachstum
FLIZpay hat seinen Sitz in Berlin und wird damit Teil des wachsenden Fintech-Ökosystems der deutschen Hauptstadt. Mit insgesamt 920 Tsd. € eingesammelten Mitteln liegt der Fokus nun auf der Marktvalidierung, der Gewinnung von Early-Adopter-Merchants und dem Aufbau einer stabilen technischen Infrastruktur. Das Unternehmen wird in den kommenden Monaten zeigen müssen, ob das ambitionierte Gebührenmodell praktisch umsetzbar ist und ob Merchant sowie Konsumenten die Plattform annehmen. Eine Serie-A-Runde, falls erfolgreich, würde etwa 12 bis 18 Monate nach dieser Pre-Seed-Finanzierung folgen.









