Combat Medical sichert sich 3,2 Millionen Euro für Hyperthermie-Krebstherapie
Das britische Medtech-Unternehmen Combat Medical hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 3,2 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Die Runde wird von der T&J Meyer Family Foundation angeführt und unterstreicht das wachsende Interesse von Investoren in innovative Ansätze zur Krebsbehandlung, die etablierte chirurgische Verfahren durch weniger invasive Alternativen ersetzen können.
Innovativer Ansatz gegen Blasen- und Bauchfellkrebs
Combat Medical entwickelt patentierte Hyperthermieverfahren zur optimierten Verabreichung von Krebstherapeutika. Das Kernprodukt des Unternehmens ist HIVEC (Hyperthermic Intravesical Chemotherapy), eine bladder-sparende Alternative zur radikalen Zystektomie – der chirurgischen Entfernung der Harnblase. Diese Behandlung richtet sich primär an Patienten mit Blasenkrebs, insbesondere solchen mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom.
Das Verfahren kombiniert lokale Wärmetherapie mit gezielter Chemotherapie direkt in der Blase. Durch die Erhöhung der Temperatur wird die Aufnahme und Wirksamkeit der chemotherapeutischen Wirkstoffe erhöht, während gleichzeitig die Gewebeschädigung außerhalb des Zielbereichs minimiert wird. Dies ermöglicht es Patienten, ihre Blase zu bewahren und ihre Lebensqualität zu verbessern – ein entscheidender Vorteil gegenüber der radikalen Zystektomie, die erhebliche Auswirkungen auf die körperliche und psychosoziale Gesundheit hat.
Über die Blasenkrebs-Anwendung hinaus arbeitet Combat Medical an der Anwendung seiner Hyperthermieplattform für Peritonealkarzinose – Krebsmetastasen im Bauchfellraum. Dies erweitert das Marktpotenzial erheblich, da peritoneal metastasierte Tumore derzeit mit begrenzten Behandlungsoptionen konfrontiert sind.
Starke Investorenbasis für klinische Entwicklung
Die Finanzierungsrunde wurde von der T&J Meyer Family Foundation angeführt, ergänzt durch Investitionen von Varia Ventures und dem NW Angel Fund. Diese Investor-Konstellation deutet auf eine ausgewogene Mischung aus philanthropischen Interessen und kommerziellen Venture-Capital-Perspektiven hin.
Die Mittel werden vorrangig zur Unterstützung der klinischen Entwicklung und des Marktzugangs eingesetzt. Mit der neuen Finanzierung kann Combat Medical seine klinischen Studien vorantreiben, regulatorische Genehmigungen in Schlüsselmärkten anstreben und sein Team mit zusätzlichem medizinischem und betriebswirtschaftlichem Fachwissen ausbauen.
Wachstum im Medtech-Sektor
Combat Medical positioniert sich in einem aussichtsreichen Marktumfeld. Der globale Markt für Krebstherapien und insbesondere für minimal-invasive Behandlungsansätze wächst stetig. Gleichzeitig besteht großes klinisches Interesse an Verfahren, die konventionelle invasive Chirurgie vermeiden oder verzögern können. Blasenkrebs, für das HIVEC entwickelt wird, ist ein großer Patientenmarkt mit bedeutsamen ungedeckten Therapiebedürfnissen, besonders im Hinblick auf die Erhaltung von Organfunktion und Lebensqualität.
Die Hyperthermietherapie ist nicht neu, wurde aber bisher in der Onkologie unterutzt. Combat Medical nutzt diese etablierte Technologiebasis und kombiniert sie mit gezielten chemotherapeutischen Ansätzen – ein strategischer Ansatz, der regulatorische Barrieren senken und die Markteinführung beschleunigen könnte.
Blick nach vorn
Combat Medical, ansässig im Vereinigten Königreich, hat mit dieser Finanzierungsrunde insgesamt 3,2 Mio. € eingesammelt. Das Unternehmen wird diese Mittel nutzen, um seine Hyperthermieplattform in klinischen Studien zu validieren und den kommerziellen Eintritt in europäische und internationale Märkte vorzubereiten. Die nächsten wichtigen Meilensteine werden die Ergebnisse laufender klinischer Studien sowie Fortschritte bei der Regulierung sein. Sollten diese positiv ausfallen, könnte Combat Medical eine nachfolgende Finanzierungsrunde zur Skalierung und geografischen Expansion anstreben.






