WhiteBridge AI sammelt 2,7 Millionen Euro für KI-gestützte Identitätsforschung ein
WhiteBridge AI hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2,7 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wird von FIRSTPICK VC angeführt und positioniert das litauische Startup in einem wachsenden Markt für digitale Identitätslösungen und Due-Diligence-Tools.
Das Unternehmen hat eine KI-gestützte Plattform entwickelt, die öffentlich verfügbare Informationen über Personen recherchiert, verifiziert und analysiert. WhiteBridge AI aggregiert und strukturiert digitale Fußabdrücke aus verschiedenen Quellen und liefert damit tiefgreifende persönliche Insights. Die Plattform zielt darauf ab, zeitaufwändige manuelle Rechercheprozesse zu automatisieren und dabei die Datenqualität zu verbessern. Das Geschäftsmodell richtet sich primär an Unternehmen und Organisationen, die umfassende Hintergrundüberprüfungen durchführen müssen – etwa im Bereich Compliance, Risikomanagement, Fraud Detection oder bei der Kreditvergabe. Durch die Automatisierung komplex strukturierter Datenabfragen können Nutzer schneller und zuverlässiger belastbare Informationen zu Personen abrufen, ohne dabei in rechtliche oder ethische Grauzonen zu geraten.
Das Kernprodukt kombiniert Web-Scraping, Machine Learning und Datenverifikation, um ein kohärentes Profil aus verstreuten digitalen Spuren zu erstellen. Während traditionelle Hintergrundcheck-Dienste häufig auf begrenzte Datenbanken angewiesen sind, nutzt WhiteBridge AI die Breite des öffentlichen Web. Dies ermöglicht präzisere und aktuellere Ergebnisse, besonders bei der Identifikation von Hochrisiko-Profilen oder versteckten Verbindungen. Der Ansatz unterscheidet sich von reinen OSINT-Tools durch den Fokus auf Automatisierung und Skalierbarkeit sowie durch die Integration proprietärer Verifikationsmechanismen.
Die Finanzierungsrunde wurde von FIRSTPICK VC angeführt, dem Venture-Capital-Arm des litauischen Investors Algirdas Riškus. Weitere Investoren sind die etablierte Accelerator-Plattform Plug and Play, die B2B-fokussierte BADideas.fund, der auf Technologie spezialisierte First-Degree-Fonds, NGL.VC, Scalewolf.VC und Nectolabs. Diese diverse Investorengruppe deutet auf Interesse aus verschiedenen Ökosystemen hin – von Accelerator-Netzwerken bis zu europäischen Spezialist:innen für B2B-Software.
Das frische Kapital soll primär in die Produktentwicklung, den Ausbau der Datenquellen und die Erschließung neuer Märkte fließen. WhiteBridge AI plant damit, die Funktionalität der Plattform zu erweitern und gleichzeitig die technische Infrastruktur für schnelleres Wachstum zu skalieren. Eine Expansion in westeuropäische und nordamerikanische Märkte ist wahrscheinlich Teil der mittelfristigen Strategie.
Der Markt für Digital-Identity- und OSINT-Lösungen wächst stetig, getrieben durch regulatorische Anforderungen (KYC, AML) und steigende Sicherheitsbedenken bei Unternehmen. Besonders im Fintech-, Versicherungs- und Immobiliensektor ist die Nachfrage nach automatisierten, zuverlässigen Überprüfungssystemen hoch. Konkurrenz kommt von etablierten Anbietern wie Clearview AI oder Pipl (jetzt Gibbon.co), sowie von spezialisierten europäischen Startups. WhiteBridge AI differenziert sich durch seinen europäischen Ansatz, günstigere Kostenstrukturen (durch Sitz in Litauen) und fokussierten API-first-Zugang für B2B-Kunden.
Dies ist die erste institutionelle Finanzierungsrunde des Unternehmens. Die Tatsache, dass bereits in der Seed-Phase ein prominentes Investorensyndikat zusammengekommen ist, legt nahe, dass WhiteBridge AI einen starken MVP und validierte Use Cases demonstriert hat.
WhiteBridge AI sitzt in Litauen und hat damit Zugang zu einem talentierten Tech-Ökosystem sowie zu europäischen Märkten. Mit den 2,7 Mio. € Gesamtfinanzierung verfügt das Startup über ausreichend Runway für 18–24 Monate intensives Wachstum. Nächste Schritte werden die Expansion des Kundenstamms, die Verbesserung der KI-Modelle und mögliche regulatorische Zertifizierungen sein, um in regulierten Industrien präsent zu werden.






.png)