Co-reactive sammelt 6,5 Mio. € in Seed-Runde ein
Das deutsche Climate-Tech-Startup Co-reactive hat 6,5 Mio. € in einer Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt. Die Runde wird vom High-Tech Gründerfonds angeführt und unterstreicht das wachsende Vertrauen in innovative Lösungen zur Dekarbonisierung der Bauindustrie. Mit diesem Kapital will das Unternehmen seine Technologie zur Marktreife entwickeln und die industrielle Skalierung vorbereiten.
Vom CO2-Problem zur nachhaltigen Lösung
Co-reactive hat sich einer der größten Herausforderungen unserer Zeit verschrieben: der Reduktion von CO2-Emissionen in der Zementindustrie. Das Unternehmen entwickelt eine proprietäre Technologie zur kontinuierlichen CO2-Mineralisierung, die Kohlendioxid in hochperformante, CO2-negative Zementersatzstoffe umwandelt – sogenannte Supplementary Cementitious Materials (SCMs). Diese Materialien können direkt als Betonzusatzstoffe eingesetzt werden und ersetzen teilweise den ressourcenintensiven Portlandzement.
Die Bauwirtschaft ist für etwa acht Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich, wobei Zementproduktion einen wesentlichen Anteil daran hat. Co-reactive adressiert dieses Problem mit einem Ansatz, der gleich mehrere Probleme löst: Die Technologie bindet CO2 dauerhaft, erzeugt wertvolle Materialien und reduziert damit die Abhängigkeit von herkömmlichem Zement. Das Besondere am Co-reactive-Ansatz ist die kontinuierliche Mineralisierung, die eine effiziente und wirtschaftliche Verarbeitung großer CO2-Mengen ermöglicht – im Gegensatz zu vielen anderen Carbon-Capture-Ansätzen, die oft energieintensiv oder teuer sind.
Erfahrene Investoren mit Climate-Tech-Fokus
Den Lead der Seed-Runde übernahm der High-Tech Gründerfonds, der sich auf die Finanzierung technologiegetriebener Startups konzentriert. Neben dem HTGF beteiligten sich die Förderbank NRW.Bank, die auf Unterstützung von Unternehmen in Nordrhein-Westfalen spezialisiert ist, sowie mehrere spezialisierte Venture-Capital-Fonds an der Runde. HBG Ventures, AFI Ventures und Evercurious VC brachten ihre Expertise im Impact- und Climate-Tech-Bereich ein. Zusätzlich beteiligten sich die Climate Tech Business Angels – ein Netzwerk von Privatinvestoren mit Fokus auf Klimatechnologien – sowie das German Federal Ministry for Economic Affairs and Energy an der Finanzierung.
Mit dem frischen Kapital von 6,5 Mio. € wird Co-reactive die Produktentwicklung vorantreiben, die Pilotanlage ausbauen und das Team vergrößern. Das Ziel ist die Vorbereitung auf die kommerzielle Skalierung und die Etablierung von Partnerschaften mit großen Baustoffherstellern und Zementproduzenten.
Wachsendes Interesse an dekarbonisierten Baustoffen
Die Finanzierungsrunde ordnet sich in einen größeren Trend ein: Der Bausektor unter Druck, seine CO2-Bilanz zu verbessern. Europäische und internationale Regulierung wird zunehmend strenger, und große Bauunternehmen sowie Zementhersteller suchen aktiv nach Lösungen zur Dekarbonisierung. Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit von hochwertigen Zementergänzungsstoffen begrenzt, was Co-reactive einen klaren Marktvorteil bietet.
Im Climate-Tech-Bereich sind Finanzierungsrunden mit similarum Volumen zuletzt häufiger geworden. Investoren erkennen, dass die Dekarbonisierung von hard-to-abate-Sektoren wie Bauwirtschaft und Zementproduktion zentral für die Erreichung von Klimazielen ist. Co-reactive tritt damit in ein wachsendes Ökosystem ein, in dem innovative Technologien zur CO2-Reduktion zunehmend Kapital anziehen.
Nächste Schritte zur Marktreife
Co-reactive ist in Deutschland ansässig und hat mit dieser Seed-Runde insgesamt 6,5 Mio. € eingesammelt. In den kommenden Monaten wird das Unternehmen fokussiert an der Skalierung seiner Mineralisierungstechnologie arbeiten, erste kommerzielle Pilotprojekte umsetzen und sein Team im Bereich Verfahrenstechnik und Geschäftsentwicklung ausbauen. Die nächste Phase wird zeigen, ob die Technologie im industriellen Maßstab wirtschaftlich realisierbar ist – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer echten Dekarbonisierung der Bauindustrie.



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