VREY sammelt 3,6 Millionen Euro für dezentrale Solarversorgung in Mehrfamilienhäusern ein
Das Berliner Climatetech-Startup VREY hat eine Seed-Runde in Höhe von 3,6 Mio. € abgeschlossen. Die Finanzierung wird von Rubio Impact Ventures angeführt und unterstreicht das wachsende Investoreninteresse an innovativen Lösungen für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Mit der neuen Kapitalausstattung will VREY seine Plattform ausbauen und die Marktpenetration in Deutschland beschleunigen.
Dezentralisierte Energieversorgung für Miethäuser
VREY adressiert ein zentrales Problem der Energiewende: die Solarisierung von Mehrfamilienhäusern. Während Eigenheimbesitzer relativ einfach Solaranlagen auf ihren Dächern installieren können, fehlt es Mietern bislang an praktischen Modellen für dezentrale Stromerzeugung. VREY schließt diese Lücke mit einer vollintegrierten Plattform, die Immobilieneigentümern ermöglicht, Solaranlagen auf ihren Gebäuden zu errichten und den erzeugten Strom direkt an ihre Mieter zu verkaufen.
Das Geschäftsmodell basiert auf Deutschlands regulatorischem Rahmen der „Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung" (auch bekannt als „Mieterstrom" oder „Balkonkraftwerk-ähnliche Modelle für größere Anlagen"). VREY fungiert als zertifizierter Messstellenbetreiber und Abrechnungspartner – zwei kritische Rollen, die das Startup in seiner Compliance-Position stärken. Die Plattform misst dabei die individuelle Stromverteilung für jeden Miethaushalt auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs und verwaltet die entsprechende Abrechnung. Dies ermöglicht transparent nachvollziehbare und faire Preismodelle für Mieter.
Besonders bemerkenswert ist der integrierte Ansatz: VREY konzipiert seine Lösung nicht nur für reine Solaranlagen, sondern als Ökosystem für weitere Technologien wie Batteriespeicher, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Dies positioniert das Unternehmen als Enabler für ganzheitliche Gebäude-Dekarbonisierung und eröffnet zusätzliche Wertschöpfungsoptionen.
Investorenkreis unterstreicht Impact-Fokus
Rubio Impact Ventures führt die Runde als Lead-Investor an. Der auf Impact-Investing spezialisierte Fonds konzentriert sich auf Unternehmen mit messbarem positiven Umwelt- oder Sozialeffekt – eine perfekte Passung für VREYs Mission. Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Kopa Ventures beteiligen sich ebenfalls an der Finanzierungsrunde, was sowohl auf die technologische Substance des Ansatzes als auch auf das Marktpotenzial hindeutet.
Das eingesammelte Kapital wird vorrangig für Produktentwicklung, Team-Expansion und Markterschließung eingesetzt. Für einen Scale-up in diesem Segment sind spezialisierte Talente in den Bereichen Regulatorik, Softwareentwicklung und Energiewirtschaft essentiell. Gleichzeitig plant VREY, seine Kundenakquisition zu beschleunigen und mit Immobilienunternehmen sowie Wohnungsgenossenschaften strategische Partnerschaften zu etablieren.
Timing im Kontext der Energiewende
Die Finanzierung kommt zu einem günstigen Zeitpunkt. Deutschland arbeitet intensiv an der Wärmewende und dem Stromsektor-Umbau; der Gebäudebestand ist für rund ein Drittel der CO₂-Emissionen verantwortlich. Regulatoren und Politik treiben Modelle wie die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung voran, um dezentrale Energieproduktion und -verbrauch zu koppeln. Dies schafft einen unterstützenden Policy-Rahmen für Unternehmen wie VREY.
Bislang ist VREY komplett durch diese Finanzierungsrunde kapitalisiert und hat insgesamt 3,6 Mio. € eingesammelt. Damit zählt das Startup zu den gut finanzierten Early-Stage-Unternehmen im deutschen Climatetech-Ökosystem.
Nächste Schritte und Wachstumsziele
VREY plant, seinen Kundenstamm von Immobilieneigentümern in und rund um Berlin zügig auszubauen und sukzessive in andere deutsche Bundesländer zu expandieren. Die Skalierbarkeit der Plattform – insbesondere durch die Standardisierung von Mess-, Abrechnungs- und Integrationsprozessen – soll es ermöglichen, Tausende von Gebäuden mit dezentraler Solarversorgung auszustatten. Mit der neuen Finanzierung verfügt VREY über die Mittel, um diese Skalierung ambitioniert anzugehen und sich als Marktführer in diesem aufstrebenden Segment zu positionieren.






