Brineworks sammelt 7,3 Mio. € für Direct Air Capture und E-Fuel-Produktion ein
Das niederländische Klimatechnologie-Unternehmen Brineworks hat in einer Seed-Runde 7,3 Mio. € eingesammelt. Die Finanzierung wird von SeaX Ventures angeführt und unterstreicht das wachsende Investor-Interesse an Technologien zur CO₂-Abscheidung und grüner Wasserstoffproduktion. Die Runde adressiert einen Marktbereich, der für die Dekarbonisierung von schwer abbaubaren Industrien zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Technologie zur Reduktion von Capture-Kosten
Brineworks entwickelt eine patentierte Direct Air Capture (DAC) Technologie kombiniert mit Wasserstoff-Koproduktion. Das Kernstück ist ein neuartiger Elektrolyseur, der speziell für den intermittierenden Betrieb mit erneuerbaren Energien ausgelegt ist. Das Besondere am Ansatz: Das Unternehmen zielt darauf ab, CO₂-Abscheidungskosten auf unter 100 Euro pro Tonne zu senken – ein entscheidender Kostenpunkt für wirtschaftlich rentable E-Fuel-Produktion.
Das Geschäftsmodell konzentriert sich auf die Herstellung von synthetischen Brennstoffen (e-Fuels), die durch die Kombination von abgeschiedenem CO₂ und grünem Wasserstoff erzeugt werden. Diese e-Fuels können in bestehenden Motoren und Infrastrukturen verwendet werden und bieten damit eine Drop-in-Lösung für Luft- und Schiffsverkehr sowie für Industrieprozesse, die nicht direkt elektrifiziert werden können. Damit positioniert sich Brineworks an der Schnittstelle zwischen Klimatechnologie und Energiewende.
Starke Investorenkonstellation
Die Finanzierungsrunde wurde von SeaX Ventures angeführt, einem auf Klimatechnologien spezialisierten Investor. Pale Blue Dot, First Momentum, AiiM Partners, Katapult sowie der Schweizer Energieversorger Energie360° beteiligten sich ebenfalls an der Runde. Diese Mischung aus spezialisierten Klima-VCs und strategischen Investoren mit Branchenerfahrung unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Vorhabens.
Das eingesammelte Kapital soll primär in die Weiterentwicklung der Kerntechwerte fließen, den Aufbau von Prototypen und die Skalierung der Produktion vorbereitet werden. Mit der Unterstützung von strategischen Partnern wie Energie360° hat Brineworks zudem einen direkten Zugang zu bestehenden Energienetzwerken und Vertriebskanälen.
Wachsender Markt für CO₂-Abscheidung
Das Timing der Finanzierung ist strategisch günstig: Die EU hat mit ihrem REPowerEU-Plan und den überarbeiteten Richtlinien zur erneuerbaren Energien massive Investitionen in grüne Wasserstoff- und E-Fuel-Technologien mobilisiert. Besonders der Flugverkehr und die Schifffahrt sind auf synthetische Brennstoffe angewiesen, da direkte Elektrifizierung dort nicht realistisch ist.
Allerdings ist DAC-Technologie noch nicht im großen Maßstab wirtschaftlich. Die meisten bestehenden DAC-Projekte benötigen deutlich höhere CO₂-Preise oder Subventionen, um rentabel zu sein. Brineworks' Fokus auf die Kostenreduktion durch einen innovativen Elektrolyseur adressiert genau diesen kritischen Punkt. Damit konkurriert das Unternehmen mit etablierteren DAC-Playern wie Carbon Engineering oder Climeworks, die ebenfalls Milliarden-Investitionen erhalten haben.
Nächste Meilensteine
Mit Sitz in den Niederlanden und einer ersten Finanzierungsrunde von insgesamt 7,3 Mio. € verfügt Brineworks über ausreichend Mittel, um die Technologie zum Proof-of-Concept zu skalieren. Die Kombination aus international besetztem Investorenkonsortium und strategischen Partnern deutet darauf hin, dass das Unternehmen schnell in Richtung Pilotprojekte und Commercial Demonstration voranschreiten will. Ob das ambitionierte Kostenziel von unter 100 Euro pro Tonne CO₂ erreicht werden kann, wird ein zentraler Indikator für den langfristigen Erfolg sein.








