WeSort.AI sammelt 10,6 Millionen Euro für Recycling-KI ein
Das Dresdner DeepTech-Startup WeSort.AI hat eine Growth-Finanzierungsrunde in Höhe von 10,6 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wird von Infinity Recycling angeführt und unterstreicht das wachsende Interesse von Impact-Investoren an innovativen Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Mit dieser Finanzierung kann WeSort.AI seine Skalierung beschleunigen und die Marktdurchdringung in der europäischen Recycling-Industrie vorantreiben.
Intelligente Sortierung für kritische Rohstoffe
WeSort.AI entwickelt KI-basierte Analyse- und Sortiersysteme spezialisiert auf die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Elektroschrott, Batterien und anderen Abfallströmen. Das Unternehmen kombiniert künstliche Intelligenz mit spezialisierter Hardware – hochauflösenden Kameras und Röntgentechnologie – um Wertstoffe präzise zu identifizieren und automatisiert zu sortieren. Das System ermöglicht es Recycling-Unternehmen, seltene Erden, Lithium, Kobalt und andere wertvolle Materialien effizienter aus Abfallströmen zurückzugewinnen.
Das Problem ist erheblich: Die globale Nachfrage nach kritischen Rohstoffen steigt exponentiell – sowohl durch die Energiewende als auch durch die wachsende Elektromobilität und Elektronik-Produktion. Gleichzeitig ist der manuelle Sortierprozess in traditionellen Recycling-Anlagen zeitintensiv, fehleranfällig und unwirtschaftlich. WeSort.AI automatisiert und optimiert diese Prozesse durch Deep-Learning-Algorithmen, die kontinuierlich von neuen Daten lernen. Das Unternehmen adressiert damit nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein geopolitisches Problem: Die Abhängigkeit von Rohstoff-Importen kann durch bessere Sekundär-Rohstoffgewinnung verringert werden.
Starkes Investor-Konsortium unterstützt Wachstum
Die Growth-Runde wurde von Infinity Recycling angeführt, einem auf Kreislaufwirtschaft spezialisierten Impact-Investor. Unterstützt wird die Runde durch den Green Generation Fund, der auf nachhaltige Technologien fokussiert, sowie Vent.io, eine auf Deep Tech spezialisierte Investorengruppe. Zusätzlich beteiligen sich die deutsche SPRIND-Agentur – ein Agentur des Bundes für Disruptive Innovation – und BayStartUP, der führende Accelerator der Innovationsregion Bayern.
Das Kapital wird primär für die Skalierung der Produktion, die Expansion in neue europäische Märkte sowie den Ausbau des Vertriebs- und Servicenetzes eingesetzt. Zusätzlich investiert WeSort.AI in die Weiterentwicklung seiner KI-Modelle und in die Anpassung der Technologie an verschiedene Abfallströme und Recycling-Szenarien. Der Aufbau eines erfahrenen Sales- und Support-Teams ist ebenfalls Teil der Strategie, um Recycling-Betriebe bei der Integration und Optimierung der Systeme zu unterstützen.
Günstiges Marktumfeld für Recycling-Innovation
WeSort.AI profitiert von mehreren Mega-Trends: Erstens verschärfen sich Regelungen zur Kreislaufwirtschaft kontinuierlich – die EU-Batterieverordnung und neue Elektroschrott-Richtlinien schaffen starke Anreize für effizientere Recycling-Technologien. Zweitens steigt der wirtschaftliche Druck auf Recycler, höhere Rückgewinnungsquoten zu erreichen, da kritische Rohstoffe teuer werden. Drittens investieren große Rohstoff- und Technologiekonzerne massiv in Sekundär-Rohstoffgewinnung. Der europäische Markt für Recycling-Technologie wächst entsprechend zweistellig.
Mit dieser Runde hat WeSort.AI insgesamt 10,6 Mio. € eingesammelt. Das Unternehmen konkurriert mit etablierten Sortier-Anlagenherstellern sowie mit anderen KI-basierten Newcomern im Bereich Recycling-Automation. Der Vorteil von WeSort.AI liegt in der Kombination aus spezialisierter Hardware-Expertise und fortgeschrittenen Machine-Learning-Fähigkeiten – ein klassisches DeepTech-Profil, das schwer zu kopieren ist.
Nächste Phase: Europäische Expansion
WeSort.AI sitzt in Dresden und positioniert sich als europäischer Technologieführer für intelligente Recycling-Systeme. Mit der frischen Finanzierung werden in den kommenden 12–18 Monaten mehrere Pilotinstallationen bei großen europäischen Recycling-Betrieben geplant, um die Technologie in realen Produktionsumgebungen zu validieren. Gleichzeitig wird die Plattform modularisiert, um schneller an neue Kundenanforderungen angepasst werden zu können. Das Unternehmen peilt eine Serie-B-Finanzierung an, um anschließend auch außereuropäische Märkte wie Asien und Nordamerika zu erschließen.







