Primogene sammelt 4,4 Millionen Euro in Seed-Runde ein
Das Biotechnologie-Unternehmen Primogene hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4,4 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wird von dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) angeführt und unterstreicht das wachsende Interesse an innovativen Biotech-Lösungen im deutschsprachigen Raum. Mit diesem Kapital will das Unternehmen seine Technologieplattform für die enzymatische Biomanufaktur komplexer Moleküle weiter ausbauen und die Markteinführung beschleunigen.
Spezialisiert auf enzymatische Biomanufaktur
Primogene entwickelt Bioverfahren basierend auf Multi-Enzym-Systemen zur Herstellung und Produktion von funktionalen Inhaltsstoffen für die Bereiche Ernährung, Körperpflege und Pharmazie. Der Schwerpunkt liegt auf der enzymatischen Biomanufaktur komplexer Moleküle wie Human Milk Oligosaccharides (HMOs) – Zuckermoleküle, die natürlicherweise in Muttermilch vorkommen und für die kindliche Entwicklung von großer Bedeutung sind.
Das Unternehmen adressiert ein bedeutsames Problem: Während die Nachfrage nach HMOs und ähnlichen komplexen Inhaltsstoffen in der Babynahrung, funktionalen Lebensmitteln und Pharmazeutika kontinuierlich wächst, sind diese Moleküle durch chemische Synthese schwierig, kostspielig und ressourcenintensiv herzustellen. Primogenes Ansatz nutzt biokatalyisch aktive Enzyme, um diese Stoffe effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger zu produzieren. Dies bietet Herstellern eine ökonomisch attraktive und ökologisch verträglichere Alternative zu etablierten Produktionsmethoden.
Das Geschäftsmodell konzentriert sich darauf, Unternehmen der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie mit innovativen Bioverfahren zu beliefern oder diese in Lizenz bereitzustellen. Damit positioniert sich Primogene an der Schnittstelle zwischen Biotech-Innovation und industrieller Anwendung.
Starkes Konsortium an Lead-Investoren und Partners
Den hochkarätig besetzten Investorenkreis führt der High-Tech Gründerfonds (HTGF) an – ein etablierter Akteur bei der Finanzierung von Technologie-Startups im deutschsprachigen Raum. Ihm gesellen sich weitere namhafte Investoren bei: das auf Deep-Tech fokussierte Venture-Capital-Unternehmen better ventures, der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) sowie die Sächsische Beteiligungsgesellschaft (SBG) unterstreichen die regionale Unterstützung für das Unternehmen. Darüber hinaus beteiligen sich spezialisierte Investoren wie die FS Life Science Investment GmbH, die Golzern Holding GmbH sowie der Unternehmer Marc Struhalla als Business Angel.
Das frische Kapital soll primär in die Weiterentwicklung und Skalierung der Technologieplattform fließen, in den Aufbau des Managementteams sowie in erste Demonstrationsprojekte mit strategischen Partnern aus Industrie und Pharmazie.
Wachsendes Interesse an biotechnologischen Produktionslösungen
Die Finanzierung von Primogene passt in einen breiteren Trend: Die Biotechnologie-Industrie sucht zunehmend nach nachhaltigen, effizienten Alternativen zu klassischen chemischen Herstellungsprozessen. Insbesondere enzymatische und fermentative Verfahren gewinnen an Bedeutung, da sie Ressourcen sparen, Produktionskosten senken und regulatorische Anforderungen an Nachhaltigkeit erfüllen. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Segment funktionaler Inhaltsstoffe zu – ein Markt, der durch die steigende Nachfrage nach Babynahrung mit hochwertigen Zutaten und Health & Wellness-Produkten getrieben wird.
Primogene befindet sich mit seinem Ansatz in einem kompetitiven Feld mit etablierten Biotech-Akteuren und Chemical-Unternehmen, die ebenfalls in enzymatische Biomanufaktur investieren. Der Fokus auf HMOs und ähnliche komplexe Moleküle ist jedoch eine spezialisierte Nische, die noch relativ wenige Akteure adressieren.
Nächste Schritte und Wachstumspläne
Primogene sitzt in Deutschland und hat mit dieser Runde insgesamt 4,4 Mio. € an Finanzierung eingesammelt. In den kommenden Monaten wird das Unternehmen voraussichtlich seine Technologie in Demonstrationsprojekten validieren, erste kommerzielle Partnerschaften mit etablierten Herstellern aufbauen und das Team verstärken. Der Aufbau von Produktionskapazitäten sowie eine mögliche Serie-A-Finanzierung dürften mittelfristig folgen, um die Skalierung voranzutreiben und das kommerzielle Potenzial der Plattform vollständig auszuschöpfen.










