Cancilico sammelt 2,5 Millionen Euro für KI-gestützte Blutkrebs-Diagnostik ein
Das Dresdner HealthTech-Startup Cancilico hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2,5 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wird vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) angeführt und positioniert das junge Unternehmen zur Marktreife seiner KI-basierten Diagnostiksoftware. Mit dieser Finanzierung kann Cancilico seine innovative Lösung für die Hämatologie weiterentwickeln und auf den Weg zur klinischen Anwendung bringen.
Intelligente Diagnostik für Bluterkrankungen
Cancilico entwickelt MyeloAID, eine auf Künstlicher Intelligenz basierende Softwarelösung zur Analyse von Knochenmarkproben. Das System unterstützt Ärzte und Pathologen bei der Diagnose von hämatologischen Erkrankungen und Blutkrebs-Erkrankungen wie Leukämie und Lymphomen. Die Software analysiert mikroskopische Bilder von Knochenmarkproben und nutzt spezialisierte KI-Algorithmen, um abnormale Zellmuster zu erkennen und diagnostische Empfehlungen zu geben.
Das Problem, das Cancilico adressiert, ist erheblich: Die manuelle Analyse von Knochenmarkproben ist zeitaufwändig, erfordert hochspezialisierte Fachkenntnisse und ist anfällig für interindividuelle Unterschiede in der Bewertung. Dies führt zu Verzögerungen bei der Diagnosestellung und kann die Therapieplanung beeinträchtigen. Besonders in Regionen mit Fachkräftemangel stellt dies ein kritisches Problem dar. MyeloAID zielt darauf ab, diese Prozesse zu standardisieren, zu beschleunigen und die Diagnosequalität zu verbessern – zum Vorteil von Patienten und medizinischen Fachleuten.
Die Differentiation von Cancilico liegt in der Spezialisierung auf ein medizinisches Nischensegment mit hohem Bedarf. Während viele KI-Lösungen im Healthtech auf breitere Anwendungsfälle abzielen, konzentriert sich das Unternehmen auf die hämatologische Diagnostik, wo es domänenspezifisches Wissen und medizinische Validierung voranbringen kann.
Starkes Investorentrio für Markterschließung
Die Finanzierungsrunde wurde vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) angeführt, dem größten deutschen Seed-Investor. Der HTGF betreut ein Portfolio von über 600 Unternehmen und verfügt über umfangreiche Expertise in der Unterstützung von Deep-Tech und HealthTech-Startups. Neben dem HTGF beteiligen sich der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS), die GEDAD GmbH und die ROI Verwaltungsgesellschaft by Roland Oetker an der Finanzierungsrunde. Diese Mischung aus öffentlicher Förderung und privatem Kapital deutet auf Vertrauen in das Potenzial und die technische Machbarkeit von Cancilicos Lösung hin.
Das frische Kapital wird in die Weiterentwicklung der MyeloAID-Software, klinische Validierungsstudien und die Vorbereitung auf regulatorische Zulassungen fließen. Zusätzlich unterstützt die Finanzierung den Aufbau des Teams in den Bereichen Softwareentwicklung, klinische Affären und Regulatory Affairs – zentral für den Weg zum Markteintritt.
Wachsender Markt für KI in der Medizindiagnostik
Cancilico profitiert von mehreren positiven Markttrends: Der Markt für KI-gestützte diagnostische Lösungen wächst weltweit zweistellig. Gleichzeitig steigt der Druck auf Gesundheitssysteme, die Effizienz zu erhöhen und Fachkräftemangel auszugleichen. Die Regulierung von KI-Medizinprodukten in Europa wird zunehmend klarer, insbesondere durch die neue In-vitro-Diagnostikverordnung (IVDR). Dies schafft sowohl Hürden als auch Chancen für spezialisierte Anbieter wie Cancilico.
Mit der Seed-Finanzierung von 2,5 Mio. € hat Cancilico ein solides Fundament, um in den nächsten 18–24 Monaten Meilensteine zu erreichen. Dies sind typische Schritte vor einer Series-A-Runde, die für spezialisierte HealthTech-Unternehmen gewöhnlich mehrere Millionen Euro beträgt.
Nächste Schritte aus Dresden
Cancilico sitzt in Dresden und hat mit der aktuellen Runde insgesamt 2,5 Mio. € eingesammelt. Das Unternehmen plant die Erweiterung seines Teams und die Zusammenarbeit mit führenden Kliniken zur Validierung von MyeloAID. Mit der Unterstützung des HTGF und seinen Co-Investoren ist Cancilico nun gut positioniert, um seine Vision einer intelligenten, standardisierten Diagnostik in der Hämatologie zu realisieren.







