nxgsat sammelt 1,3 Mio. € in Seed-Runde ein
Das belgische Startup nxgsat hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 1,3 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wurde von PMV angeführt und unterstreicht das wachsende Interesse von Investoren an innovativen Lösungen im Satellitenkommunikationssektor. Mit dieser Finanzierung positioniert sich nxgsat als vielversprechender Player in einem Markt, der durch die zunehmende Konvergenz von Satelliten- und Mobilfunknetzen geprägt ist.
Spezialist für Software-definierte Satellitenmodems
nxgsat entwickelt Software-definierte 5G-Satellitenmodems, die auf dem 3GPP-5G-NR-NTN-Standard basieren. NTN steht für „Non-Terrestrial Networks" und bezeichnet die Klasse von Nicht-Erdgestützten Netzwerken, die von der 3GPP-Standardisierungsorganisation in den 5G-Standard integriert wurden. Das Unternehmen adressiert damit eine zentrale technische Herausforderung der Gegenwart: die nahtlose Interoperabilität zwischen terrestrischen 5G-Netzen und Multi-Orbit-Satellitennetzen.
Das Problem, das nxgsat löst, ist erheblich. Während Satellitenkommunikation für abgelegene Regionen und maritime Anwendungen unverzichtbar ist, bestehen heute noch technische Hürden bei der Integration mit bestehenden 5G-Infrastrukturen. Die Software-definierten Modeme des Startups ermöglichen es, verschiedene Satellitenkonstellationen – ob in niedriger (LEO), mittlerer (MEO) oder geostationärer (GEO) Umlaufbahn – transparent in 5G-Ökosysteme einzubinden. Dies eröffnet neue Anwendungsfälle in den Bereichen Internet of Things (IoT), kritische Infrastruktur, Notfallkommunikation und autonome Fahrzeuge.
Starke Investorenkoalition aus dem belgischen Ökosystem
Die Seed-Runde wurde von PMV, der flämischen Investitionsgesellschaft, angeführt. PMV ist eine etablierte Größe in der belgischen Startup-Szene und unterstützt gezielt tieftech- und deep-science-basierte Unternehmen. Neben PMV sind mit imec und dem imec.istart future fund zwei weitere bedeutende Player aus dem belgisch-flämischen Innovationsökosystem an der Finanzierung beteiligt.
imec ist ein weltweit führendes Forschungsinstitut im Bereich Nanotechnologie und digitale Technologien mit Sitz in Leuven. Das Institut verfügt über tiefgreifende Expertise in drahtlosen Kommunikationstechnologien und 5G-Standards – ein enormer strategischer Vorteil für nxgsat. Das imec.istart future fund ist der Venture-Capital-Arm von imec und investiert gezielt in Spinouts und Startups aus dem imec-Ökosystem. Die Beteiligung dieser Investoren deutet darauf hin, dass nxgsat möglicherweise aus dem imec-Umfeld hervorgegangen ist oder eine enge technologische Zusammenarbeit mit dem Institut anstrebt.
Die eingesammelten 1,3 Mio. € werden voraussichtlich für die Weiterentwicklung der Modem-Technologie, die Durchführung von Konformitätstests nach 3GPP-Standard und den Aufbau eines schlagkräftigen Teams eingesetzt.
Kontext: Wachsendes Interesse an NTN-Satellitentechnik
Der Satellitenkommunikationssektor erlebt derzeit einen Bedeutungszuwachs. Die Integration von Non-Terrestrial Networks in den 5G-Standard ist nicht nur technologisch interessant, sondern auch regulatorisch vorangetrieben worden. Unternehmen wie Amazon (Kuiper), SpaceX (Starlink) und OneWeb haben massive Investitionen in LEO-Konstellationen gepumpt, die globale Konnektivität bereitstellen sollen. Allerdings benötigen diese Systeme kompatible Endgeräte und Infrastruktur – genau hier positioniert sich nxgsat.
Das belgische Ökosystem hat sich als Hotspot für Satellitentech etabliert. nxgsat fügt sich in eine Reihe von innovativen Startups ein, die in diesem Bereich tätig sind. Die Gründung eines auf 3GPP-Standards basierenden Modem-Anbieters ist strategisch sinnvoll, da die Standardisierung Interoperabilität gewährleistet und den Zugang zu etablierten Mobilfunknetzbetreibern ermöglicht.
Nächste Schritte und Perspektiven
nxgsat sitzt in Belgien und hat mit dieser Seed-Runde insgesamt 1,3 Mio. € eingesammelt. Mit dieser Finanzierung und dem starken Rückhalt durch das imec-Ökosystem sowie PMV ist das Unternehmen gut positioniert, um seine Technologie zur Marktreife zu bringen. Die nächsten Meilensteine werden vermutlich die Validierung der Modem-Leistung unter Feldbedingungen sowie die Sicherung von Early Customers aus der Telekom- oder Raumfahrtindustrie sein.









