Minit Games sammelt 1,7 Millionen Euro in Pre-Seed-Runde ein
Das Berliner Startup Minit Games hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 1,7 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wird von Londoner Venture-Capital-Geber Lerer Hippeau Ventures (LVP) angeführt und markiert einen wichtigen Meilenstein für das noch junge Unternehmen. Mit dieser Finanzierung positioniert sich Minit Games als innovativer Player in dem wachsenden Markt für Casual Gaming und digitale Content-Discovery.
Bite-sized Gaming neu definiert
Minit Games betreibt eine offene Plattform für die Entdeckung von Kurzspielen, die Nutzer mit einem personalisierten Feed aus sofort spielbaren HTML5-Spielen versorgt. Das Konzept orientiert sich am Erfolg von Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Instagram Reels – aber für Gaming: Statt längerer, komplexer Spielerfahrungen bietet Minit Games kleine, in wenigen Minuten zu spielende Games, die keine Installation und keine umständliche Registrierung erfordern. Die Spiele laufen direkt im Browser und sind damit technisch barrierefrei zugänglich.
Das Kernprodukt der Plattform richtet sich an zwei Zielgruppen: Game-Creator, die ihre Werke schnell und einfach veröffentlichen können, sowie Spieler, die jederzeit Zugang zu einer kuratierten Auswahl an Games haben. Das Besondere ist der AI-gesteuerte Empfehlungsmechanismus, der Nutzungsverhalten analysiert und das Angebot kontinuierlich personalisiert. Diese Herangehensweise soll nicht nur die User Experience verbessern, sondern auch Creators dabei helfen, schneller die richtige Zielgruppe zu erreichen.
Algorithmus trifft Gaming-Industrie
Das Geschäftsmodell löst ein Problem, das sowohl für Indie-Entwickler als auch für etablierte Gaming-Studios relevant ist: die Sichtbarkeit und Monetarisierung von kleineren Spieltiteln. In einer Branche, die von großen AAA-Produktionen dominiert wird, haben viele kleinere Developer Schwierigkeiten, ihre Games überhaupt an die richtige Nutzerschaft zu bringen. Minit Games schafft einen niedrigschwelligen Distributionskanal und einen direkten Kontakt zwischen Creator und Spieler, ohne dass Publisher als Mittler fungieren müssen.
Starke Investorengruppe unterstreicht Potenzial
Die Pre-Seed-Runde wird von Lerer Hippeau Ventures angeführt, dem europäischen Arm des etablierten New Yorker Venture-Investors Lerer Hippeau. Das Unternehmen hat sich einen Namen bei der Unterstützung von Early-Stage-Startups in der Tech- und Gaming-Branche gemacht. Neben LVP beteiligen sich auch der Sony Innovation Fund, eine Investitionseinheit des japanischen Entertainment-Giganten, sowie die Business Angels Stefan Klemm, Timo Soininen und Klaas Kersting an der Finanzierungsrunde.
Die Beteiligung des Sony Innovation Fund ist besonders aussagekräftig: Sie signalisiert, dass auch etablierte Konzerne großes Potenzial in der Minit-Games-Plattform sehen und möglicherweise langfristige Partnerschaften oder strategische Synergien anstreben. Das Kapital wird primär zur Weiterentwicklung der KI-basierten Empfehlungsengine, zum Aufbau des Creator-Netzwerks und zur Marktexpansion eingesetzt.
Trend zu Hyperkasualen und Social Gaming beschleunigt sich
Minit Games profitiert von mehreren Branchentrends gleichzeitig: Der globale Markt für Casual Gaming und insbesondere für mobile und browserbasierten Games ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Gleichzeitig erfreuen sich Short-Form-Inhalte einer beispiellosen Popularität, wie der Erfolg von TikTok und YouTube Shorts zeigt. Gaming folgt diesem Trend allerdings nur langsam nach – ein Umstand, den Minit Games zu seinem Vorteil nutzen möchte.
Vergleichbare Ansätze existieren bereits am Markt, etwa Plattformen wie Pogo oder verschiedene Casual-Gaming-Portale. Allerdings kombiniert Minit Games mit seinem AI-gesteuerten Ansatz und der direkten Creator-Integration ein Modell, das sowohl für Nutzer als auch für Entwickler neue Möglichkeiten bietet und sich damit von klassischen Gaming-Plattformen unterscheidet.
Berlin als Gaming-Hotspot bestätigt sich erneut
Minit Games sitzt in Berlin und hat damit insgesamt 1,7 Mio. € in dieser Pre-Seed-Runde eingesammelt. Das ist das bisherige Gesamtfinanzierungsvolumen des Unternehmens. Mit diesem Capital wird das Team die technische Infrastruktur ausbauen, das Creator-Ökosystem aufbauen und erste Märkte erschließen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Minit Games das hyperkasualen Gaming neu definieren kann und welche Rolle künftig das Personalisierungs-Element in der Gaming-Industrie spielen wird.







