Flybotix sammelt 9,2 Mio. € in Series A ein – Drohnen-Startup für Inspektionen in Gefahrenbereichen
Das Schweizer Robotik-Startup Flybotix hat 9,2 Mio. € in einer Series-A-Finanzierungsrunde eingesammelt. Die Runde wird von einer auf Technologie-Investitionen fokussierten Family Office angeführt und unterstreicht das wachsende Vertrauen in innovative Lösungen für industrielle Inspektionen in schwer zugänglichen Umgebungen.
Flybotix entwickelt spezialisierte Drohnensysteme für Inspektionen in beengten und gefährlichen Industrieräumen. Das Kernprodukt ist ASIO, eine integrierte Lösung aus autonomer Drohnentechnologie und einer SaaS-Plattform, die Inspektionsprozesse in kritischen Infrastrukturen automatisiert und vereinfacht. Das Unternehmen richtet sich an Betreiber von Kraftwerken, Öl- und Gasanlagen, Chemiefabriken, Wasserinfrastruktur und maritimen Einrichtungen – Branchen, in denen Inspektionen traditionell zeit- und kostenintensiv sind und erhebliche Sicherheitsrisiken für Inspektoren mit sich bringen.
Das Problem, das Flybotix adressiert, ist klassisch: Inspektionen in Rohren, Tanks, Schächten und anderen beengten Räumen sind für Menschen gefährlich, erfordern umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und sind oft mit längeren Betriebsunterbrechungen verbunden. Konventionelle Inspektionsmethoden sind teuer, zeitaufwändig und liefern häufig unvollständige Daten. Die Drohnen von Flybotix können diese Bereiche autonom navigieren, hochauflösende Aufnahmen erstellen und Daten in Echtzeit erfassen – ohne Menschen in Gefahr zu bringen. Die SaaS-Plattform ermöglicht es Kunden, die Inspectionsdaten zu verwalten, zu analysieren und in ihre bestehenden Workflows zu integrieren.
Das Geschäftsmodell kombiniert Hardware-Vertrieb mit wiederkehrenden softwaregestützten Services, was eine stabile Umsatzgrundlage schafft. Flybotix positioniert sich dabei nicht nur als reiner Drohnenhersteller, sondern als End-to-End-Lösungsanbieter für digitalisierte Inspektionsprozesse. Dies unterscheidet das Unternehmen von generalistischen Drohnenherstellern und macht es für industrielle Kunden attraktiver.
Die Series-A-Finanzierung wird von einer technologie-fokussierten Family Office angeführt, unterstützt durch Greeneering Invest AG. Diese Investorenkonstellation deutet auf ein starkes Vertrauen in das Marktpotenzial und die Skalierbarkeit des Ansatzes hin. Das frische Kapital soll zur Weiterentwicklung der Technologie, zur Expansion in neue geografische Märkte und zum Aufbau des Go-to-Market-Teams eingesetzt werden – typische Prioritäten in dieser Finanzierungsphase.
Der Markt für industrielle Inspektionslösungen wächst stetig, getrieben durch steigende Anforderungen an Arbeitssicherheit, Automatisierung und Datenanalyse. Regulatorische Anforderungen in Sektoren wie Energie und Chemie zwingen Betreiber, ihre Inspektionsintervalle zu verkürzen und Prozesse zu dokumentieren – ein Tailwind für intelligente Automatisierungslösungen. Gleichzeitig setzt sich Drohnentechnologie zunehmend in industriellen Anwendungen durch, nachdem sie sich zunächst in Logistik und Vermessung etabliert hat.
Flybotix konkurriert in einem fragmentierten Markt, in dem spezialisierte Nischenanbieter auf große Drohnenhersteller und traditionelle Inspektionsdienstleister treffen. Die Kombination aus spezialisierter Hardware und proprietärer Software mit tiefem Branchenwissen ist ein bedeutsamer Wettbewerbsvorteil. Andere Startups in diesem Bereich haben ebenfalls Funding erhalten, was die wachsende Relevanz des Segments unterstreicht – insgesamt ein positives Signal für das Marktpotenzial.
Das Lausanner Startup sitzt in einem starken europäischen Tech- und Robotik-Ökosystem und profitiert von der Nähe zu führenden Industriebetrieben, Universitäten und anderen Deeptech-Unternehmen. Mit insgesamt 9,2 Mio. € eingesammeltem Kapital hat Flybotix eine solide finanzielle Grundlage, um die nächste Wachstumsphase anzugehen. Die kommenden Monate werden zeigen, inwieweit das Unternehmen seine Technologie skalieren kann und wie schnell es in lukrativen Industriemärkten Fuß fasst.







