Fibionic sammelt 3,0 Mio. € in Seed-Runde ein
Das österreichische Deeptech-Startup fibionic hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 3,0 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wurde vom Schweizer Investor Redstone angeführt und zeigt das wachsende Interesse von Venture-Capital-Gebern an innovativen Fertigungstechnologien im Composite-Bereich. Mit dieser Finanzierung positioniert sich das Unternehmen als Vorreiter bei der Industrialisierung biomimetischer Faserplatzierungstechnologien.
Die Technologie im Fokus
Fibionic hat sich auf eine revolutionäre Fertigungstechnologie spezialisiert, die von natürlichen Strukturen inspiriert ist. Die sogenannte „fibionic fiber placement" (FFP)-Technologie ermöglicht die Herstellung von ultraleichten und hochperformanten Komponenten aus Faserverbundwerkstoffen. Das Unternehmen nutzt patentierte Verfahren, um Fasern in optimalen Mustern anzuordnen – ähnlich wie sie in der Natur vorkommen. Dies führt zu Komponenten, die bei minimaler Gewichtszunahme maximale Festigkeit bieten.
Das Geschäftsmodell zielt auf die Composite-Fertigungsindustrie ab, wo Leichtbau ein zentraler Wettbewerbsfaktor ist. Die Anwendungsbereiche erstrecken sich über mehrere Branchen: Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Windkraftanlagen und Sportgeräte sind potenzielle Märkte. Während traditionelle Fertigungsmethoden wie Handlaminieren zeitintensiv und teuer sind, ermöglicht die FFP-Technologie schnellere, nachhaltigere und kosteneffizientere Produktionsprozesse. Dies reduziert nicht nur die Herstellungskosten, sondern senkt auch den CO₂-Fußabdruck der Produktion erheblich.
Der Kern des fibionic-Ansatzes liegt darin, dass die Technologie zwischen industrieller Effizienz und biologischer Optimierung eine Brücke schlägt. Die Fasern werden präzise in die strukturell optimalen Positionen platziert – das ist der entscheidende Unterschied zu etablierten Verfahren, die oft überschüssiges Material verwenden oder suboptimale Anordnungen akzeptieren.
Starke Investorenallianz
Die Seed-Runde wurde von Redstone angeführt, ergänzt durch weitere namhafte Investoren aus der österreichischen und europäischen Startup-Szene. Neben Redstone beteiligten sich auch Euregio+, Caesar und Leap435 an der Finanzierungsrunde. Diese Investorengruppe bringt komplementäre Expertise mit: Während Redstone für sein technisches Know-how in Deeptech-Investitionen bekannt ist, unterstützen regionale Fonds wie Euregio+ die Gründerszene in der Alpenregion nachhaltig.
Das eingesammelte Kapital von 3,0 Mio. € wird fibionic primär für die Skalierung der Fertigungskapazitäten, die Weiterentwicklung der Kerntechnologie und den Aufbau eines starken Teams einsetzen. Dabei steht die Überbrückung der Lücke zwischen Labormaßstab und industrieller Produktion im Vordergrund. Das Kapital dürfte auch in Kundenakquisition und die Etablierung strategischer Partnerschaften mit großen Playern der Composite-Industrie fließen.
Marktumfeld und Branchentrends
Der Composite-Markt befindet sich in einer Transformationsphase. Regulatorische Anforderungen zur CO₂-Reduktion, steigende Energiekosten und der wachsende Druck zur Ressourcenschonung treiben Unternehmen dazu, ihre Fertigungsprozesse zu optimieren. Leichtbaulösungen gewinnen überall an Bedeutung – nicht nur wegen der Gewichtsersparnis, sondern auch wegen der daraus resultierenden Energieeinsparungen im Betrieb.
Fibionic tritt in einen Markt ein, in dem spezialisierte Fertigungsunternehmen und große Konzerne großes Interesse an automatisierten, präzisen Lösungen zeigen. Die österreichische Startup-Landschaft hat sich zudem als starker Hub für Deeptech-Innovationen etabliert – eine Entwicklung, die durch Finanzierungen wie diese weiter gefestigt wird. Mit dieser ersten Seed-Runde in Höhe von 3,0 Mio. € schafft fibionic die Grundlage, um seine Technologie zur Marktreife zu entwickeln und erste kommerzielle Validierungen zu erreichen.
Nächste Schritte
Fibionic sitzt in Österreich und wird seine Entwicklungsaktivitäten nun intensivieren. Mit den 3,0 Mio. € insgesamt eingesammeltem Kapital hat das Startup die finanzielle Basis, um in den kommenden Phasen technologische Durchbrüche zu realisieren und erste Pilotprojekte mit Industriepartnern umzusetzen. Der nächste Meilenstein wird die erfolgreiche Umsetzung von Kundenprojekten sein, die die Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit der FFP-Technologie unter Beweis stellen.







