Equixly sichert sich 10,7 Millionen Euro für KI-gestützte Penetrationstests
Das italienische Cybersecurity-Startup Equixly hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 10,7 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wird von 33N Ventures angeführt und zeigt das wachsende Vertrauen von Investoren in intelligente Sicherheitslösungen, die traditionelle Penetrationstests durch automatisierte KI-Agenten ersetzen.
Die Lösung: Offensive Security mit agentenbasierter KI
Equixly hat eine Plattform entwickelt, die ein fundamentales Problem der modernen Cybersecurity adressiert: Traditionelle Sicherheitstools erkennen häufig nur bekannte Schwachstellen und Muster. Das italienische Unternehmen geht einen anderen Weg und setzt auf „offensive security" – ein proaktives Modell, bei dem Systeme kontinuierlich angegriffen werden, bevor echte Angreifer dies tun.
Das Herzstück der Lösung ist ein proprietärer „Agentic AI Hacker", der automatisiert Penetrationstests durchführt. Im Gegensatz zu traditionellen statischen Scannern können die KI-Agenten komplexe Angriffsketten entwickeln und Business-Logic-Flaws aufdecken – also Sicherheitslücken, die aus fehlerhaften Geschäftsprozessen entstehen und nicht durch regelbasierte Tools zu erkennen sind. Die Plattform konzentriert sich besonders auf APIs und Web-Applikationen, zwei Bereiche, in denen versteckte Vulnerabilities für Unternehmen zu erheblichen Risiken führen können.
Das Geschäftsmodell spricht primär Unternehmen mit komplexen digitalen Infrastrukturen an: SaaS-Anbieter, Finanzinstitute und große Konzerne, deren APIs und Applikationen ständig neuen Bedrohungen ausgesetzt sind. Equixly positioniert sich als Ergänzung zu traditionellen Security-Lösungen – nicht als Ersatz, sondern als zusätzliche Ebene der Offensive Security.
Investorenkreis und Verwendung der Mittel
Die Serie-A-Runde wurde von 33N Ventures angeführt, einem europäischen Venture-Fonds mit Fokus auf Deep-Tech und B2B-Lösungen. Weitere Investoren sind 360 Capital, Alpha Intelligence Capital, JME Ventures und die Fondazione Cassa di Risparmio di Firenze – eine italienische Stiftung mit Schwerpunkt auf regionale wirtschaftliche Entwicklung.
Das frische Kapital soll primär für drei Bereiche eingesetzt werden: die Weiterentwicklung der KI-Agenten und deren Fähigkeiten, den Ausbau des Go-to-Market sowie die Expansion in neue geografische Märkte. Besonders die Technologie-Investition ist strategisch wichtig, da das Differenzierungsmerkmal von Equixly – die Qualität und Autonomie der KI-Agenten – kontinuierliche Innovationen erfordert.
Marktkontext und Branchentrends
Die Finanzierungsrunde fügt sich in einen größeren Trend der Cybersecurity-Branche ein: Die Automatisierung von Sicherheitstests und der Einsatz von KI zur Bedrohungserkennung gewinnen stark an Bedeutung. Traditionelle Penetrationstests sind teuer, zeitaufwändig und können sich nicht in Echtzeit an neue Bedrohungen anpassen. Für Unternehmen mit einer großen Oberfläche an APIs und Applikationen werden kontinuierliche offensive Security-Tests zur Notwendigkeit.
Der Markt für Offensive-Security-Plattformen wächst deutlich zweistellig. Konkurrenten wie HackerOne und Bugcrowd haben Crowdsourced-Modelle etabliert, während andere Startups auf spezialisierte KI-Lösungen setzen. Equixly unterscheidet sich durch seinen proprietären Agenten-Ansatz, der vollständig automatisiert und proprietär (nicht crowdsourced) arbeitet – ein Vorteil für Unternehmen mit hohen Sicherheitsanforderungen und Compliance-Vorgaben.
Mit der Serie-A-Runde zeigt Equixly auch, dass der europäische Startup-Ökosystem im Cybersecurity-Bereich reift. Während US-amerikanische Sicherheits-Startups lange dominiert haben, entstehen zunehmend europäische Alternativen, die oft strikte Datenschutzvorgaben (wie die DSGVO) von Anfang an in ihre Infrastruktur integrieren – ein Vorteil beim Vertrieb in Europa und regulierten Branchen.
Ausblick und nächste Schritte
Equixly hat seinen Hauptsitz in Italien und befindet sich mit 10,7 Mio. € eingesammeltem Kapital noch relativ früh in seiner Entwicklung. Die Runde sollte dem Unternehmen ermöglichen, seine KI-Technologie zu skalieren und erste internationale Kundengewinnung zu betreiben. Für die kommenden 18-24 Monate dürfte das Wachstum des Sales-Teams und die Expansion in englischsprachige Märkte im Fokus liegen.




