Enteral Access Technologies sichert sich 605.000 Euro in Bridge-Runde
Enteral Access Technologies hat 605 Tsd. € in einer Bridge-Finanzierungsrunde eingesammelt. Die Runde wurde vom British Design Fund angeführt und markiert einen wichtigen Schritt für das britische Medizintechnik-Startup auf dem Weg zu weiteren Wachstumsphasen.
Das Unternehmen entwickelt DoubleCHEK, ein Medizingerät, das die Patientensicherheit bei der Platzierung von Magensonden erheblich verbessern soll. Nasogastrale und orogastrale Tuben – also Schläuche, die durch die Nase oder den Mund in den Magen führen – sind in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen medizinischen Einrichtungen weit verbreitet. Sie ermöglichen künstliche Ernährung bei Patienten, die nicht eigenständig essen können. Allerdings bergen diese Sonden ein erhebliches Risiko: Eine fehlerhafte Platzierung kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen, wenn der Schlauch beispielsweise in die Lunge gelangt, statt im Magen zu landen.
DoubleCHEK kombiniert zwei Messmethoden – CO₂-Messung und pH-Wert-Bestimmung – in einem einzigen Gerät, um dieses Risiko deutlich zu reduzieren. Durch die simultane Erfassung beider Parameter ermöglicht das Gerät eine schnellere und zuverlässigere Überprüfung der korrekten Tubplatzierung. Dies bedeutet für medizinisches Personal eine einfachere Handhabung und für Patienten eine höhere Sicherheit. Das Produkt adressiert damit ein bekanntes klinisches Problem: Derzeit verlassen sich Fachkräfte häufig auf weniger zuverlässige Methoden wie die Auskultation oder visuelle Inspektionen, die fehleranfällig sind. DoubleCHEK bietet hier eine objektive, wissenschaftlich fundierte Alternative.
Der British Design Fund, der diese Finanzierungsrunde anführte, ist eine etablierte Investitionsquelle für technologie- und designgetriebene Unternehmen im Vereinigten Königreich. Der Fonds konzentriert sich auf innovative Lösungen, die durch durchdachtes Design und ingenieurwissenschaftliche Exzellenz gekennzeichnet sind – Kriterien, die Enteral Access Technologies offensichtlich erfüllt. Die Bridge-Finanzierung dient typischerweise dazu, eine neue Unternehmensphase zu finanzieren und wichtige Meilensteine zu erreichen, bevor eine größere Finanzierungsrunde angestrebt wird.
Die Mittel aus dieser Runde werden vermutlich für die Weiterentwicklung von DoubleCHEK, klinische Validierungsstudien, behördliche Genehmigungsverfahren und die Vorbereitung der Markteinführung verwendet. Im Medizintechnik-Sektor sind solche Schritte zeitintensiv und kapitalintensiv, weshalb Bridge-Runden häufig strategisch eingesetzt werden, um den Übergang zu Serien-Finanzierungsrunden zu überbrücken.
Der Markt für Patientensicherheitsgeräte im klinischen Umfeld erlebt derzeit verstärkte Aufmerksamkeit, getrieben durch regulatorischen Druck und den verstärkten Fokus von Krankenhäusern und Pflegeinrichtungen auf Fehlerprävention. Fehlerhafte Tubplatzierungen führen nicht nur zu Patientenschäden und rechtlichen Konsequenzen, sondern erhöhen auch die Kosten für das Gesundheitssystem erheblich. Innovative Lösungen wie DoubleCHEK positionieren sich daher in einem lukrativen und wachsenden Segment. Das britische Medizintechnik-Ökosystem hat sich in den vergangenen Jahren als robuster Standort für solche Innovationen etabliert, unterstützt durch akademische Einrichtungen und spezialisierte Investoren.
Enteral Access Technologies sitzt im Vereinigten Königreich und hat mit dieser Bridge-Finanzierung insgesamt 605 Tsd. € eingesammelt. Das Startup strebt nun an, die klinische Validierung von DoubleCHEK abzuschließen, die erforderlichen behördlichen Zulassungen zu erlangen und das Produkt in relevanten Märkten auf den Markt zu bringen. Mit dem backing des British Design Fund verfügt das Unternehmen über einen Partner, der nicht nur Kapital, sondern auch Expertise in Design und Produktentwicklung mitbringt – wichtige Faktoren für den erfolgreichen Markteintritt einer Medizintechnik-Innovation.








