Funding Rounds
Series A16. Juni 2026·Finland·Climate & Energy
eMabler

eMabler

Funding Volumen
5,9 Mio. €
Runde
Series A
Standort
Finland
Datum
16. Juni 2026
Investoren
6
Branche
Climate & Energy
EV Infrastructure

eMabler sammelt 5,9 Millionen Euro für API-basierte Ladeinfrastruktur-Plattform ein

Das finnische Unternehmen eMabler hat in einer Series-A-Runde 5,9 Mio. € eingesammelt. Die Finanzierung wird von Greencode Ventures angeführt und unterstreicht das wachsende Interesse von Investoren an Softwarelösungen für die Elektromobilität. Mit dieser Kapitalspritze positioniert sich eMabler als bedeutender Player im Bereich der Ladeinfrastruktur-Digitalisierung.

eMabler entwickelt eine API-first Plattform, die es Operatoren wie Einzelhandelsketten, Energieversorgern und Parkplatzbetreibern ermöglicht, Ladefunktionen direkt in ihre eigenen digitalen Services zu integrieren. Das Unternehmen bietet ein White-Label-Ladegeschäftsmodell, das es Partnern erlaubt, unter ihrer eigenen Marke Ladestationen anzubieten, ohne dabei die technische Komplexität selbst bewältigen zu müssen. Die Plattform ist dabei nicht nur eine reine Abrechnungslösung – eMabler integriert auch intelligente Netzoptimierung, die es ermöglicht, Ladevorgänge an die Kapazitäten des Stromnetzes anzupassen und damit Netzüberlastungen zu vermeiden. Diese Funktionalität wird zunehmend wichtig, da der Ausbau der Elektromobilität zu neuen Anforderungen an die Stromversorgung führt.

Das Kernproblem, das eMabler löst, liegt in der fragmentierten Ladeinfrastruktur-Landschaft. Derzeit müssen Nutzer mit dutzenden verschiedenen Apps und Zahlungssystemen umgehen, um Zugang zu Ladestationen zu erhalten. Gleichzeitig fällt es kleineren und mittleren Akteuren schwer, eigene Ladeinfrastruktur aufzubauen und zu betreiben. eMabler stellt eine Lösung bereit, die bestehende Geschätsmodelle um Ladeservices erweitert und dabei die Backend-Infrastruktur, Netzwerkverwaltung und intelligente Lastverteilung übernimmt. Dadurch können Betreiber ihre Kundenbeziehung nutzen, um Ladesäulen zu monetarisieren – ein attraktives Modell für Supermärkte mit Parkplätzen, Logistikzentren oder Energieunternehmen.

Die Series-A-Runde wurde von Greencode Ventures angeführt, dem Klimatech-Investor aus Deutschland. Auch der finnische Energieinfrastruktur-Spezialist Helkama Kiinteistöt beteiligt sich, ebenso wie der europäische Wagniskapitalgeber Rethink Ventures. Unterstützung kommt zudem von staatlichen Förderinstitutionen: Business Finland und die finnische Entwicklungsbank Finnvera sind ebenfalls dabei. Eine weitere bemerkenswerte Beteiligung ist Swiss Post Ventures, der Corporate-VC-Arm der Schweizer Post, die damit ihre Präsenz im Mobilitäts-Ökosystem stärkt.

Die Investorenkonstellation spiegelt wider, dass eMabler auf etablierte Partner setzt, um seine Plattform zu skalieren. Das eingesammelte Kapital soll primär in die Produktentwicklung, die Expansion in neue europäische Märkte und den Aufbau des Teams fließen. Mit Blick auf die europäische Ladeinfrastruktur-Landschaft ist das Timing günstig: Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Ladeinfrastruktur massiv auszubauen, und verschiedene nationale Förderprogramme unterstützen den Ausbau von öffentlichen und halb-öffentlichen Ladestationen.

eMabler tritt in einen Markt ein, der bislang von wenigen großen Akteuren dominiert wird. Software-Plattformen zur Verwaltung von Ladenetzen erhalten vermehrt Aufmerksamkeit von Investoren, da sie Skalierbarkeit ohne proportionalen Kapitalaufwand bieten – im Gegensatz zum Bau physischer Ladeinfrastruktur. Ähnliche API-basierte Ansätze verfolgen beispielsweise andere europäische Ladeinfrastruktur-Startups, doch eMablers Fokus auf die Integration in bestehende Geschätsmodelle ist ein differenzierender Ansatz.

Die bisherige Finanzierungshistorie des Unternehmens ist kurz, aber gezielt: Mit der Series A hat eMabler insgesamt 5,9 Mio. € eingesammelt. Das Unternehmen sitzt in Finnland, einem Land mit starker Tradition in Cleantech und digitalen Lösungen. Mit dieser Finanzierung kann eMabler sein Team ausbauen, seine Technologie verfeinern und die Expansion in andere europäische Märkte vorantreiben. Die nächsten Schritte dürften darin bestehen, weitere Operator-Partnerschaften zu schließen und die Plattform als de-facto Standard für integrierte Ladesoftware zu etablieren.

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