brainjo sammelt 2,2 Millionen Euro in Seed-Runde ein
Das Berliner Healthtech-Startup brainjo hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 2,2 Mio. € eingesammelt. Die Runde wird von dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) angeführt und zeigt das wachsende Interesse von Investoren an innovativen Lösungen im Bereich digitale Gesundheit. Mit der Finanzierung will brainjo seine VR-basierte Therapielösung zur Marktreife bringen und die Skalierung vorantreiben.
Innovative Kombination von VR und Brain-Computer-Interfaces
brainjo entwickelt digitale Gesundheitsanwendungen, die Virtual Reality mit Brain-Computer-Interfaces (BCI) kombinieren, um ADHS zu behandeln. Die Lösung ist als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) konzipiert und kann von Therapeuten oder Ärzten verschrieben werden. Ein entscheidender Vorteil: Die Kosten werden von Krankenkassen übernommen, was den Zugang für Patienten erheblich erleichtert.
Das Besondere am Ansatz von brainjo ist die Positionierung als ergänzendes Angebot zur klassischen Psychotherapie. Statt diese zu ersetzen, soll die VR-Lösung die Behandlung unterstützen und erweitern. Das Geschäftsmodell nutzt damit die in Deutschland etablierte Infrastruktur der Krankenversicherungen und integriert sich in bestehende Behandlungsprozesse.
ADHS betrifft Millionen von Menschen weltweit und ist oft schwer zu therapieren. Die digitale Lösung von brainjo zielt darauf ab, Patienten durch immersive Erfahrungen und echtzeit-Biofeedback basierend auf Gehirnaktivität zu helfen, ihre Symptome besser zu kontrollieren. Dies könnte insbesondere für Patienten relevant sein, die auf herkömmliche Therapieformen nicht ausreichend ansprechen.
Investorensyndikat mit starkem Fokus auf Digital Health
Den Lead der Seed-Runde übernimmt der High-Tech Gründerfonds, einer der größten Frühphase-Investoren im deutschsprachigen Raum, der bereits zahlreiche erfolgreiche Deeptech- und Healthtech-Startups unterstützt hat. Weitere Investoren sind der auf Digital Health spezialisierte Venture-Capital-Fonds better ventures, der Business Angel Andreas Weinhut sowie MEDICE – The Health Family, ein etabliertes pharmazeutisches Unternehmen mit Expertise im ADHS-Markt.
Die Beteiligung von MEDICE ist besonders signifikant, da das Unternehmen tiefes Domain-Know-how in der ADHS-Therapie mitbringt und potenziell auch als strategischer Partner fungieren könnte. Das Investoren-Syndikat deutet darauf hin, dass brainjo 2,2 Mio. € für die Produktentwicklung, klinische Validierung, die DiGA-Zertifizierung sowie den Aufbau eines Sales-Teams einsetzen wird. Die Zertifizierung als DiGA ist ein kritischer Meilenstein, um die Kassenabrechnung zu ermöglichen.
Dynamischer Markt für Digital-Health-Lösungen in Deutschland
Der deutsche Digital-Health-Markt befindet sich in einer Expansionsphase. Die DiGA-Verordnung hat eine neue Kategorie von medizinischen Anwendungen geschaffen, die wirtschaftlich attraktiv sind, da sie durch gesetzliche Krankenversicherungen finanziert werden. Dies unterscheidet sich von vielen anderen digitalen Gesundheitslösungen, die auf Out-of-Pocket-Zahlungen oder private Versicherungen angewiesen sind.
Der Einsatz von VR und Brain-Computer-Interfaces in der therapeutischen Anwendung stellt noch ein relativ junges und wenig durchdrungenes Feld dar. Unternehmen, die es schaffen, hier regulatorische Hürden zu nehmen und klinische Wirksamkeit nachzuweisen, können einen erheblichen Wettbewerbsvorteil aufbauen. brainjo positioniert sich damit in einem high-potential Segment, das sowohl großes Innovationspotenzial als auch klare Monetarisierungswege bietet.
Nächste Schritte und Wachstumspläne
brainjo ist in Berlin ansässig und hat mit der neuen Finanzierung insgesamt 2,2 Mio. € eingesammelt. Mit dem frischen Kapital wird das Team sein Produkt weiterentwickeln, die notwendigen klinischen Studien durchführen und die DiGA-Zertifizierung anstreben. Sollte diese erfolgreich sein, könnte brainjo seine Lösung direkt über Ärzte und Therapeuten vermarkten und von der Erstattung durch Krankenkassen profitieren. Das Startup plant damit, eine neue Kategorie der ADHS-Therapie in Deutschland zu etablieren und mittel- bis langfristig auch international zu expandieren.



.webp?width=217&height=60&name=Screenpoint-Med%20(1).webp)





