Antiverse sichert sich 8,6 Millionen Euro für KI-gestützte Antikörper-Therapien
Das britische Biotech-Unternehmen Antiverse hat in seiner Series-A-Finanzierungsrunde 8,6 Mio. € eingesammelt. Die Runde wird von Soulmates Ventures angeführt und unterstreicht das wachsende Vertrauen in KI-gestützte Ansätze bei der Entwicklung von Therapeutika. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine Plattform ausbauen und weitere Antikörperkandidaten gegen schwer zugängliche Targets entwickeln.
Innovative Plattform für komplexe biologische Ziele
Antiverse kombiniert künstliche Intelligenz mit klassischer molekularbiologischer Forschung, um therapeutische Antikörper gegen besonders anspruchsvolle biologische Targets zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs) und Ionenkanälen – Proteine, die bislang als schwierig zu druggable eingestuft wurden. Diese Targets spielen eine wichtige Rolle bei einer Vielzahl von Erkrankungen: von Krebs über neurologische Störungen bis hin zu seltenen genetischen Erkrankungen wie Mukoviszidose.
Das Geschäftsmodell von Antiverse basiert auf der Verbindung von zwei Elementen: Zunächst nutzt das Unternehmen Machine-Learning-Algorithmen zur Identifikation und Optimierung von Antikörperkandidaten. Diese werden anschließend in den hauseigenen Laboren validiert und charakterisiert, bevor sie in präklinische und klinische Entwicklungsprogramme übergehen. Dieser hybrid-Ansatz soll die typischerweise langen Entwicklungszeiten in der Antikörper-Therapie verkürzen und gleichzeitig die Erfolgsquoten erhöhen.
Das Unternehmen adressiert einen großen Markt: Therapeutische Antikörper gehören zu den am schnellsten wachsenden Segmenten der Pharmaindustrie. Allerdings bleiben viele biologisch relevante Targets unerschlossen, da sie mit herkömmlichen Screening-Methoden schwer zu identifizieren sind. Antiverse positioniert sich als Spezialist für genau diese „undruggable" oder „hard-to-target" Proteine.
Prominente Investorengruppe unterstützt die Expansion
Die Series-A-Runde wird von Soulmates Ventures angeführt, einem auf Life-Sciences und Biotech spezialisierten Investor. Weitere Investoren sind Innovation Investment Capital, DOMiNO Ventures, DBW, Kadmos Capital und der i&i Biotech Fund. Diese Zusammensetzung deutet auf starke Unterstützung aus dem europäischen und britischen Biotech-Ökosystem hin.
Das eingesammelte Kapital soll primär in die Skalierung der AI-Plattform, die Erweiterung des Forschungsteams und die Vorantreibung von Entwicklungsprogrammen fließen. Zudem plant Antiverse, seine Laborkapazitäten auszubauen und die Validierungsprozesse zu optimieren. Das Unternehmen zielt darauf ab, mehrere Antikörperkandidaten in die präklinische und klinische Phase zu bringen.
Starke Trends im KI-gestützten Drug Discovery
Die Finanzierung von Antiverse reflektiert einen breiteren Trend: Die Kombination von künstlicher Intelligenz mit traditioneller Pharmaforschung gilt zunehmend als Schlüssel zur Beschleunigung von Medikamentenentwicklung. Während etablierte Pharmaunternehmen in KI-Plattformen investieren, entstehen parallel spezialisierte Biotech-Startups, die AI-native Ansätze verfolgen. Im Antikörper-Segment gibt es dabei besonders großes Potenzial, da viele therapeutisch vielversprechende Targets bislang ungenutzt bleiben.
Mit 8,6 Mio. € bewegt sich Antiverse im typischen Volumen für europäische Biotech-Series-A-Runden in diesem Segment. Die Größe der Runde unterstreicht, dass das Unternehmen bereits substanzielle Fortschritte bei der Validierung seiner Plattform gemacht hat – ein wichtiger Meilenstein, um Investoren zu überzeugen.
Nächste Schritte für britisches Biotech-Unternehmen
Antiverse sitzt in Großbritannien und hat mit dieser Runde insgesamt 8,6 Mio. € eingesammelt. Das Unternehmen wird das Kapital nutzen, um seine Position als Spezialist für schwer zu targetende biologische Ziele zu festigen und mehrere Antikörperkandidaten parallel voranzutreiben. Der nächste kritische Meilenstein wird die Initiierung von präklinischen Studien und erste Forschungskooperationen mit Pharmapartnern sein – ein bewährtes Modell zur De-Risking von frühen Biotech-Investitionen.






