Wild Bioscience sammelt 54,7 Mio. € in Series A ein
Das britische AgTech-Unternehmen Wild Bioscience hat 54,7 Mio. € in einer Series-A-Finanzierungsrunde eingesammelt. Das Kapital soll die Entwicklung klimaresistenter Kulturpflanzen beschleunigen und die Markteinführung neuer Pflanzensorten vorantreiben. Die Runde unterstreicht das wachsende Investoreninteresse an präzisionszüchtung und KI-gesteuerten Lösungen für die globale Ernährungssicherheit.
Innovationen in der Pflanzengenetik
Wild Bioscience entstand als Spin-out der University of Oxford und kombiniert botanische Forschung mit modernen Technologien. Das Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz und Präzisionsgenetik, um Pflanzenarten zu entwickeln, die höhere Erträge bringen, besser mit Klimaveränderungen umgehen und gleichzeitig umweltschonender sind. Der Fokus liegt auf Kulturpflanzen, die für die globale Landwirtschaft zentral sind – mit dem Ziel, Ernährungssicherheit und planetare Gesundheit zu fördern.
Das Kerngeschäftsmodell basiert auf der Integration von evolutionsbiologischen Prinzipien mit maschinellem Lernen. Wild Bioscience entwickelt Sorten, die erhöhte Produktivität mit Klimaresilienz verbinden – zentrale Anforderungen in einer Zeit zunehmender Dürren, Überschwemmungen und Temperaturextreme. Die neuen Pflanzenvarianten könnten speziell für landwirtschaftliche Betriebe interessant sein, die mit sich verschärfenden Umweltbedingungen kämpfen und gleichzeitig nachhaltig wirtschaften wollen.
Investorengruppe mit Fokus auf Deep Tech
Die Runde wurde vom Ellison Institute of Technology angeführt, einer Investitionsinitiative, die sich auf transformative Technologien konzentriert. Weitere Investoren sind Oxford Science Enterprises, die Investitionsarm der University of Oxford für akademische Spin-outs, sowie das auf Impact und Growth fokussierte Unternehmen Braavos Capital. Die University of Oxford selbst ist ebenfalls beteiligt, was die starke akademische Verankerung des Unternehmens unterstreicht.
Die gewonnenen Mittel sollen primär in die Produktentwicklung, Feldversuche und die kommerzielle Skalierung fließen. Zudem plant Wild Bioscience, sein Team zu erweitern und die Markteinführung neuer Pflanzensorten zu beschleunigen. Mit dem Kapital kann das Unternehmen seine F&E-Aktivitäten intensivieren und parallel die Partnerschaften mit Landwirtschaftsbetrieben und Agrarkonzernen ausbauen.
Timing im Zeichen von Klimakrise und Hunger
Die Finanzierungsrunde fällt in ein Umfeld wachsenden Drucks auf die globale Landwirtschaft. Der Klimawandel bedroht Ernteerträge in vielen Regionen, während die Weltbevölkerung weiter wächst. Investitionen in nachhaltige Züchtung und klimaangepasste Sorten erhalten daher hohe Priorität – sowohl bei privaten Geldgebern als auch bei internationalen Organisationen und Regierungen.
Das AgTech-Segment mit Fokus auf Genetik und KI hat in den vergangenen Jahren zunehmend Aufmerksamkeit attrahiert. Unternehmen, die klassische Pflanzenzüchtung mit modernen Datenanalysen verbinden, positionieren sich als Lösung für Ernährungssicherheit ohne massive Flächenausweitung. Wild Bioscience konkurriert in einem Feld mit anderen Anbietern von Präzisionszüchtung, hebt sich aber durch die Oxford-Anbindung und die Kombination von evolutionsbiologischen Ansätzen mit maschinellem Lernen ab.
Wachstum und nächste Schritte
Wild Bioscience hat mit dieser Runde insgesamt 54,7 Mio. € Kapital eingesammelt. Das Unternehmen ist in Großbritannien ansässig und nutzt die Nähe zur University of Oxford für kontinuierliche Forschungskooperationen. In den kommenden Jahren dürfte Wild Bioscience an der Kommerzialisierung erster Pflanzensorten arbeiten, dabei regulatorische Zulassungen einholen und die Partnerschaft mit etablierten Agrarunternehmen intensivieren. Mit dem neuen Kapital ist das Unternehmen gut positioniert, um seine Position als Innovator in der klimaintelligenten Züchtung zu festigen.





