sun.store sammelt 6,5 Millionen Euro in Seed-Runde ein
Das polnische Startup sun.store hat sich in einer Seed-Finanzierungsrunde 6,5 Mio. € gesichert. Die Runde wird von Contrarian Ventures angeführt und zeigt das wachsende Investoreninteresse an Lösungen im europäischen Energiewende-Sektor. Mit dieser Finanzierung positioniert sich das Unternehmen als Plattform für die Professionalisierung des Solarenergie- und Speichermarktes.
Ein B2B-Marktplatz für erneuerbare Energien
sun.store hat einen B2B-Marktplatz für Solarpanels und Speichersysteme entwickelt, der Installateure, Großhändler und Hersteller in Europa verbindet. Das Unternehmen adressiert ein strukturelles Problem in der Branche: Die Beschaffung von Solarkomponenten und Speichersystemen erfolgt heute noch stark fragmentiert und analog. Kleine bis mittlere Installationsbetriebe müssen mühsam bei verschiedenen Anbietern Angebote einholen, ohne eine zentrale Plattform für Preisvergleiche und Verfügbarkeitsüberblick zu haben.
Die Lösung von sun.store bietet strukturierte Produktlisten, eine dynamische Preisgestaltung und integrierte Logistik, die Bestellprozesse vereinfachen und beschleunigen. Dazu kommt ein flexibles Zahlungssystem und eingebetteter Kundensupport, der Nutzer direkt in der Plattform unterstützt. Das Geschäftsmodell funktioniert über Provisionen und Mehrwertdienste, ähnlich wie bei etablierten B2B-Marktplätzen in anderen Industrien. Der Fokus liegt auf Europa, wo die Nachfrage nach Solaranlagen und Speicherlösungen durch Förderprogramme und den Klimawandel stark gestiegen ist.
Starke Investorenkohorte mit europäischem Schwerpunkt
Die Seed-Runde wurde von Contrarian Ventures angeführt, dem VC-Arm des bekannten Investor-Netzwerks Contrarian Ventures mit Fokus auf Hardware und tieftech-Lösungen. Neben Contrarian beteiligen sich Movens Capital, FJ Labs, Market One Capital, Push Ventures und Aidiom an der Finanzierung. Diese Mischung aus etablierten europäischen VCs und spezialisierten Investoren signalisiert Vertrauen in das Geschäftsmodell.
Das Kapital wird primär für die Plattformentwicklung, die geografische Expansion in Europa und den Aufbau eines starken Teams eingesetzt. sun.store plant, seine Präsenz über Polen hinaus auszubauen und weitere europäische Märkte zu erschließen, wo die Solarinstallationen boomen.
Kontext: Europas Energiewende treibt Nachfrage an
Die Investition folgt einem klaren Branchentrend: Die European Green Deal und nationale Förderprogramme haben den Solarmarkt in Europa transformiert. Die EU plant, bis 2030 42,5 Prozent ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Speichersysteme werden dabei zunehmend zentral, da die Volatilität von Solarenergie durch Batterien ausgeglichen werden muss.
Trotzdem ist der Beschaffungsmarkt für diese Komponenten deutlich weniger digitalisiert als andere B2B-Sektoren. Während Plattformen wie Global Sources oder Alibaba in China Elektronik dominieren, fehlt es in Europa an einem vergleichbaren Standard für Solarkomponenten. sun.store tritt in diesen Marktlücke ein und konkurriert mittelbar mit fragmentierten Großhändlersystemen und herstellereigenen Vertriebskanälen. Dies ist die erste Finanzierungsrunde des jungen Unternehmens, das damit frühzeitig bedeutende VCs an Bord hat.
Ausblick und Wachstumspotenzial
sun.store sitzt in Polen und hat bislang insgesamt 6,5 Mio. € eingesammelt. Die nächsten Monate dürften der Skalierung der Plattform, der Akquisition von Handwerksbetrieben und der geografischen Expansion gelten. Mit der richtigen Umsetzung könnte das Startup zu einem europäischen Standard für Solarbeschaffung werden – ein Markt, der im kommenden Jahrzehnt exponentiell wachsen wird.


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