roclub sammelt 10,7 Millionen Euro in Series-A-Finanzierung ein
Das deutsche Medtech-Startup roclub hat eine Series-A-Runde über 10,7 Millionen Euro abgeschlossen. Die Finanzierung wird vom norwegischen Healthcare-Investor Smedvig angeführt und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Teleoperations-Lösungen im Gesundheitswesen. Mit diesem Kapital will roclub seine cloudbasierte Plattform für die Fernsteuerung medizinischer Geräte international ausbauen.
Fernzugriff auf medizinische Geräte – Eine Lösung für kritische Engpässe
roclub entwickelt eine Teleoperations-Plattform, die es medizinischen Fachkräften ermöglicht, diagnostische Bildgebungsgeräte wie MRT- und CT-Scanner aus der Entfernung zu bedienen. Die cloudbasierte Lösung ist herstellerunabhängig und funktioniert mit Equipment verschiedenster Anbieter. Ein zentrales Problem wird damit adressiert: In vielen Krankenhäusern und Radiologieinstituten fehlen spezialisierte Techniker, um diese hochkomplexen Geräte zu betreiben und zu warten. Ausfallzeiten oder Personalengpässe führen zu Verzögerungen bei Diagnosen und unnötiger Belastung des Gesundheitssystems.
Die Plattform von roclub löst diesen Engpass auf mehreren Ebenen. Zum einen ermöglicht sie Fernzugriff auf die Geräte, sodass spezialisierte Techniker von überall aus unterstützen können – ob zur Bedienung, Fehlerbehebung oder Wartung. Zum anderen integriert roclub ein KI-gestütztes Trainingsmodul, das es medizinischem Personal ermöglicht, sich in der Bedienung der Systeme weiterzubilden. Ein drittes Element ist ein Marktplatz für Medizintechniker, die sogenannten „rocStars", der Kliniken Zugang zu qualifizierten Fachleuten auf Abruf bietet. Dadurch wird die Geräteauslastung optimiert, während gleichzeitig die Patientenversorgung sichergestellt bleibt.
Starke Investorenbeteiligung unterstreicht Potenzial
Die Series-A-Runde wurde von Smedvig angeführt, einem auf Healthcare spezialisierten Investor aus Norwegen mit großer Erfahrung im Medtech-Sektor. Parallel beteiligten sich die österreichische Venture-Capital-Gesellschaft Speedinvest und die deutsche VCs YZR Capital an der Finanzierung. Diese diverse Investorenbasis signalisiert breites Vertrauen in das Geschäftsmodell und die Skalierbarkeit der Plattform.
Das frische Kapital wird vor allem für die internationale Expansion und die technologische Weiterentwicklung verwendet. roclub plant, seine Präsenz in Europa auszubauen und neue Märkte zu erschließen. Parallel sollen die KI-Funktionalitäten der Plattform sowie die Benutzerfreundlichkeit weiter verbessert werden, um mehr Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen als Kunden zu gewinnen.
Wachsendes Vertrauen in Telemedizin und Remote-Support
Die Finanzierung ordnet sich in einen größeren Trend ein: Die COVID-19-Pandemie hat die Akzeptanz von Telemedizin und Remote-Support-Lösungen im Gesundheitswesen deutlich beschleunigt. Parallel verschärft sich der Fachkräftemangel in technischen Gesundheitsberufen in vielen Ländern. Plattformen wie roclub adressieren beide Probleme gleichzeitig und positionieren sich damit in einem Wachstumsmarkt.
Im Vergleich zu anderen Teleoperations-Startups im Medtech-Bereich hebt sich roclub durch seinen Fokus auf Universalkompatibilität und die Kombination von Fernzugriff, Schulung und Techniker-Vermittlung ab. Viele Konkurrenten konzentrieren sich auf einzelne Gerätetypen oder Hersteller; roclub will eine übergreifende Plattform werden.
Dies ist bislang die einzige öffentlich bekannte Finanzierungsrunde für roclub. Das Unternehmen startet damit aus einer soliden kapitalmäßigen Position in die Skalierungsphase.
Nächste Schritte und europäische Expansion
roclub hat seinen Sitz in Deutschland und verfügt nun über insgesamt 10,7 Millionen Euro Kapital. In den kommenden Monaten wird das Startup seine Präsenz in europäischen Märkten ausbauen, zunächst in Ländern mit großem Fachkräftemangel und hoher Affinität zu digitalen Lösungen im Gesundheitswesen. Gleichzeitig sollen weitere Kliniken und medizinische Zentren als Nutzer der Plattform gewonnen werden. Mit dieser Strategie positioniert sich roclub als Infrastruktur-Anbieter für ein dezentrales, effizienteres Gesundheitswesen.





