Phagos sammelt 26,7 Mio. € für KI-gestützte Bakteriophagentherapien ein
Das französische Biotech-Unternehmen Phagos hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 26,7 Mio. € eingesammelt. Die Runde wurde von CapAgro angeführt und markiert einen wichtigen Meilenstein für das Startup, das an einer vielversprechenden Lösung für eines der drängendsten Probleme der globalen Landwirtschaft arbeitet: die Antibiotikaresistenz bei Nutztieren.
Bakteriophagen statt Antibiotika
Phagos entwickelt Therapien auf Basis von Bakteriophagen – natürliche Viren, die spezifisch Bakterien bekämpfen – und nutzt künstliche Intelligenz, um diese zu personalisieren. Das Ansatz adressiert ein fundamentales Problem der modernen Tierwirtschaft: Der massive Einsatz von Antibiotika in Geflügel-, Rinder-, Schweine- und Garnelenzuchtanlagen führt zu Resistenzbildung und gefährdet die Wirksamkeit dieser Medikamente auch in der Humanmedizin. Phagos bietet eine Alternative, die gezielt gegen spezifische Bakterienstämme wirkt, ohne Resistenzen auszulösen.
Das Besondere am Ansatz von Phagos liegt in der Kombination von zwei Technologien: Die Plattform des Unternehmens nutzt KI, um die wirksamsten Phagen für bestimmte bakterielle Infektionen zu identifizieren und zu entwickeln. Dies ermöglicht es, maßgeschneiderte Lösungen für verschiedene landwirtschaftliche Szenarien zu schaffen. Das Geschäftsmodell zielt auf Farmen weltweit ab, die eine sichere und effektive Alternative zu Breitspektrum-Antibiotika suchen – ein Markt mit enormem Potenzial angesichts zunehmender regulatorischer Beschränkungen für Antibiotikanutzung in der Tierhaltung.
Starkes Investor:innen-Konsortium
Das Finanzierungskonsortium setzt sich aus etablierten Impact- und Agtech-Investoren zusammen. Neben Lead-Investor CapAgro – spezialisiert auf Investitionen im Agrar- und Lebensmittelsektor – beteiligten sich Hoxton Ventures, Founders Capital, Acurio Ventures, CapHorn, Entrepreneur First, Demeter, Citizen Capital und Station F an der Runde. Diese Zusammensetzung unterstreicht die Glaubwürdigkeit des Ansatzes und die Bedeutung, die professionelle Investoren dem Problem der Antibiotikaresistenz beimessen.
Die Mittel werden Phagos zur Skalierung seiner Produktentwicklung, zum Ausbau der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten sowie zum internationalen Markteintritt einsetzen. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Validierung der Therapien in größeren Feldstudien, um die notwendigen regulatorischen Zulassungen zu erhalten. Zudem wird das Unternehmen sein Team ausbauen, um die wachsende Nachfrage bewältigen zu können.
Ein wachsender Markt im Umbruch
Die Tierwirtschaft befindet sich unter Druck: Die EU, China und andere Märkte regulieren den Antibiotikakonsum in der Landwirtschaft zunehmend stärker. Dies schafft einen günstigen Marktkontext für Alternativen wie die Phagenbiotech. Mehrere andere Startups arbeiten ebenfalls an Phagen-basierten Lösungen, doch die Kombination mit KI und der Fokus auf personalisierte Anwendungen unterscheidet Phagos von Wettbewerbern. Der globale Markt für Alternative Protein und nachhaltige Tierwirtschaft hat in den letzten Jahren erhebliches Investitionsinteresse angezogen.
Phagos ist mit dieser Series A deutlich kapitalisiert und verfügt nun über die Ressourcen, um aus einem innovativen Konzept ein skalierbares Geschäft aufzubauen. Die insgesamt 26,7 Mio. € Gesamtfinanzierung positionieren das Unternehmen gut für die nächsten Wachstumsphasen.
Expansion von Frankreich aus
Das in Frankreich ansässige Unternehmen plant, seine Präsenz in Schlüsselmärkten wie Europa, Asien und Amerika auszubauen. Mit dieser Finanzierung hat Phagos die Basis geschaffen, um die Skalierbarkeit seiner Plattform zu demonstrieren und erste kommerzielle Partnerschaften mit großen Farmbetrieben zu etablieren. In den kommenden Jahren dürfte sich zeigen, ob die KI-gestützte Bakteriophagentherapie zur Standard-Alternative zu Antibiotika in der Tierwirtschaft wird.





