Funding Rounds
Seed04. November 2025·Germany·Deeptech & Hardware
mu-ray.tech

mu-ray.tech

Funding Volumen
344 Tsd. €
Runde
Seed
Standort
Germany
Datum
04. November 2025
Investoren
6
Branche
Deeptech & Hardware
Photonics / Sensors

mu-ray.tech sichert sich 344.000 Euro für revolutionäre Muon-Bildgebung

Das Deeptech-Unternehmen mu-ray.tech hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 344.000 Euro erfolgreich abgeschlossen. Die Runde wird von Nordic Science Investments angeführt und markiert den Start einer vielversprechenden Kommerzialisierung hochmoderner Teilchenbeschleuniger-Technologie, die bislang vornehmlich in der Grundlagenforschung eingesetzt wurde.

Pioniertechnologie aus der Forschung

mu-ray.tech entwickelt kommerzielle Anwendungen der Muon Beam Imaging (MBI)-Technologie – ein Verfahren, das auf jahrzehntelanger Expertise von Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) und dem europäischen Kernforschungszentrum CERN basiert. Muonen sind instabile Elementarteilchen, die in der Erdatmosphäre entstehen und Materie durchdringen können. Diese physikalische Eigenschaft macht sie ideal für hochpenetrative Bildgebung, die herkömmliche Methoden ergänzt oder übertrifft.

Das Kernprodukt von mu-ray.tech sind Muon-Bildgebungssysteme, die in mehreren Sektoren Anwendung finden. Im Medizinbereich ermöglichen sie sicherere diagnostische Scans mit reduzierten Strahlungsbelastungen für Patienten. Gleichzeitig nutzen die Systeme ihre Penetrationsfähigkeit für hochpräzise industrielle Diagnostik in Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und dem Verteidigungssektor. Hier können sie Strukturintegrität, verborgene Defekte und Materialverdichtungen überprüfen, ohne Komponenten zu zerstören – ein entscheidender Vorteil gegenüber etablierten Methoden wie Röntgenstrahlung oder Ultraschall.

Differenzierungspotenzial im Markt

Was mu-ray.tech von anderen Imaging-Technologien unterscheidet, ist die Kombination aus wissenschaftlicher Tiefe und praktischer Skalierbarkeit. Während Muon-Technologie theoretisch bekannt ist, liegt die Herausforderung in ihrer Industrialisierung und Kosteneffizienz. Das Team nutzt Erfahrungen von Laser-Plasma-Beschleunigern – einer Technologie, die Partikelstrahlen auf deutlich kompaktere Weise erzeugt als konventionelle Großbeschleuniger. Dies könnte Muon-Systeme schließlich transportabel und für verschiedenste Einsatzorte verfügbar machen.

Investoren mit Fokus auf Deeptech

Nordic Science Investments führt die Seed-Runde an. Der nordische Investor hat sich auf Frühphasen-Investitionen in wissenschaftsbasierte Technologieunternehmen spezialisiert und unterstützt Gründer dabei, Forschungsergebnisse in skalierbare Geschäftsmodelle zu überführen. Neben dem Lead-Investor beteiligen sich weitere erfahrene Business Angels wie Mart Maasik und Matti Hautsalo (beide verbunden mit Nordic Science Investments) sowie Toomas Bergmann und der estnische Impact-Investor Peaksjah an der Finanzierungsrunde. Diese Investorengruppe bringt neben Kapital auch relevante Expertise in Technologievermarktung und Skalierung mit.

Das eingesammelte Kapital wird strategisch für die Weiterentwicklung der Muon-Imaging-Systeme, den Aufbau von Prototypen und die Vorbereitung von Pilotprojekten mit Industriepartnern eingesetzt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Miniaturisierung und Kostenoptimierung der Technologie, um sie aus dem reinen Forschungskontext in den kommerziellen Einsatz zu bringen.

Dynamischer Markt für Bildgebungstechnologien

Die Finanzierungsrunde positioniert mu-ray.tech in einem dynamischen Marktumfeld. Weltweit investieren Industrie und Gesundheitswesen erhebliche Mittel in innovative Bildgebungstechnologien – getrieben durch steigende Anforderungen an Sicherheit, Effizienz und Strahlenschutz. Im Medizinsektor besteht insbesondere Druck, Expositionsrisiken zu minimieren, während Industrie 4.0 und die Nachverfolgung von Lieferketten-Integrität nicht-destruktive, hochgenaue Prüfverfahren nachfragen. Muon-Imaging adressiert beide Trends.

Mit dieser Seed-Finanzierung ist mu-ray.tech auf einem vielversprechenden Weg. Das Unternehmen hat insgesamt 344.000 Euro eingesammelt und agiert aus Deutschland mit Anbindung an die führenden europäischen Forschungsstrukturen. Die nächsten Meilensteine dürften die Entwicklung funktionsfähiger Prototypen, die Validierung mit potenziellen Industriepartnern und die Vorbereitung einer Series-A-Finanzierung sein – eine typische Progression für technologie-intensive Deeptech-Startups mit langem Entwicklungshorizont und erheblichem Marktpotenzial.

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