Foamlab sichert sich 3,2 Millionen Euro für Skalierung von Bio-Schäumen
Das niederländische Startup Foamlab hat eine Growth-Runde über 3,2 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Die Finanzierung wird das Unternehmen dabei unterstützen, seine innovative Schaummaterialien-Technologie in den Markt zu bringen und die Produktion zu skalieren. Mit dieser Runde zeigt sich ein wachsendes Interesse von Impact-Investoren an nachhaltigen Materialien als echte Alternativen zu konventionellen Kunststoffen.
Biologisch abbaubare Hochleistungsschäume
Foamlab entwickelt hochleistungsfähige Schäume auf Basis von bakterieller Zellulose – einem natürlichen, bioabbaubaren Material mit beeindruckenden technischen Eigenschaften. Die Schäume sind nicht nur leicht und mechanisch belastbar, sondern auch vollständig kompostierbar und somit eine echte Alternative zu fossil-basierten Kunststoffen. Das Material lässt sich dabei je nach Anwendung maßgeschneidert anpassen und optimieren.
Das Geschäftsmodell adressiert einen großen Schmerzpunkt der Industrie: Die klassische Schaumstoff-Branche ist derzeit stark von Erdöl-basierten Materialien abhängig. Diese sind nicht recycelbar und belasten die Umwelt massiv. Foamlab positioniert sich als Lösungsanbieter für Branchen wie Verpackung, Automobilindustrie, Konstruktion und Möbelbau – überall dort, wo heute noch Polyurethan oder Polystyrol eingesetzt werden. Die Anforderungen sind teilweise extrem: Material muss dämpfend, temperaturresistent und dennoch wirtschaftlich sein.
Das besondere an Foamlab ist der Zugriffsansatz über biologische Prozesse. Statt chemische Syntheseverfahren zu nutzen, nutzt das Unternehmen gezielte Fermentationsprozesse mit Bakterien zur Herstellung von Zellulose-Strukturen. Dies ermöglicht nicht nur ein ökologischeres Herstellungsverfahren, sondern auch eine präzise Kontrolle über die Materialeigenschaften und Kosteneffizienz bei der Produktion.
Starke Investor-Konstellation mit Impact-Fokus
Den Lead in der Growth-Runde übernahm ICOS Capital, ein auf Biotech und Life-Sciences spezialisierter Investor mit Schwerpunkt auf nachhaltige Technologien. Unterstützt wird ICOS durch ein hochkarätiges Konsortium: Value Factory Ventures, die in Green Tech und Kreislaufwirtschaft investieren, DOEN Ventures als Impact-Investor mit Fokus auf Nachhaltigkeit, der Capricorn Industrial Biotech Fund als spezialisierter Deep-Tech-Fonds sowie TTT Green Tech als Scale-up-Fonds für grüne Technologien.
Die Kapitalzufuhr wird gezielt für den Aufbau einer Produktionsanlage im Pilotmaßstab sowie die Skalierung der industriellen Fermentation eingesetzt. Damit einher gehen Investitionen in Forschung und Entwicklung, um die Materialeigenschaften weiter zu optimieren. Zudem plant Foamlab, sein Team zu erweitern – insbesondere in den Bereichen Verfahrenstechnik, Qualitätssicherung und Geschäftsentwicklung.
Ein Trend mit großem Potenzial
Der Markt für nachhaltige Schaumstoffe wächst deutlich. Regulatorischer Druck durch Kunststoff-Verbote, gestiegenes Umweltbewusstsein bei Herstellern und Konsumenten sowie technologische Durchbrüche bei Biokunststoffen schaffen ein günstiges Umfeld. Ähnliche Runden in diesem Segment sind zunehmend häufiger: Startups, die an Alternativen zu Kunststoffen arbeiten, erhalten verstärkt Kapital. Allerdings bleiben Skalierungsfragen die größte Herausforderung – viele Bio-basierte Materialien sind noch immer teurer als ihre fossilen Pendants.
Foamlab profitiert dabei von einer wachsenden Zahl strategischer Partnerschaften mit Großkonzernen, die ihre Nachhaltigkeitsziele voranbringen wollen. Die Finanzierungsrunde zeigt, dass Investoren an die technische und wirtschaftliche Machbarkeit glauben – ein wichtiges Vertrauenssignal für den Markt.
Nächste Wachstumsphase
Mit insgesamt 3,2 Mio. € Kapital sitzt Foamlab nun gut positioniert, um die kritische Phase zwischen Laborerprobung und industrieller Massenproduktion zu meistern. Die kommenden 18 bis 24 Monate werden zeigen, ob die Fermentationstechnologie wirtschaftlich zum Skalieren gebracht werden kann. Dann könnte Foamlab eine neue Kategorie von Materialien für europäische Hersteller zugänglich machen – und damit eine echte Alternative im Kampf gegen Kunststoffverschmutzung bieten.







