Bracket sichert sich 6,4 Millionen Euro für KI-gestützte Treasury-Plattform
Das britische Fintech Bracket hat in einer Seed-Runde 6,4 Mio. € eingesammelt. Die Finanzierung wird von Macquarie Group's Commodities and Global Markets angeführt und unterstreicht das wachsende Interesse von etablierten Finanzinstitutionen in innovative Treasury-Management-Lösungen für den Mittelstand.
Automatisierte Devisenverwaltung für mittelständische Unternehmen
Bracket hat sich auf ein Problem spezialisiert, das tausende mittelständische Unternehmen täglich beschäftigt: die ineffiziente Verwaltung von Fremdwährungsgeschäften, Liquidität und Finanztreasury. Die Plattform kombiniert künstliche Intelligenz mit Bankintegration, um FX-Workflows zu automatisieren und Unternehmen zentrale Kontrolle über ihre Bankkonten zu geben.
Das Kernprodukt ermöglicht es Finanzteams, Devisentransaktionen automatisiert zu optimieren, statt diese manuell zu koordinieren. Gleichzeitig bietet die Lösung Echtzeit-Einblicke in die Liquiditätslage eines Unternehmens – ein Feature, das besonders für international tätige Mittelständler wertvoll ist. Der Ansatz zielt darauf ab, Treasury-Prozesse zu beschleunigen, Fehlerquoten zu senken und Unternehmen bessere Kontrolle über ihre Finanzflüsse zu geben.
Starkes Investor-Konsortium mit Branchenerfahrung
Das Investorensyndikat ist bemerkenswert für eine Seed-Runde: Macquarie Group, eine der weltweit größten Investmentbanken mit Expertise im Treasury und Commodities Trading, hat die Runde angeführt. Dies deutet darauf hin, dass Bracket von etablierten Finanzexperten als vielversprechender Lösungsanbieter wahrgenommen wird. Neben Macquarie beteiligen sich Failup Ventures und Blackfinch Ventures an der Finanzierung.
Die Kapitalzufuhr soll primär in die Produktentwicklung, den Go-to-Market und den Ausbau des Teams fließen. Für ein Treasury-Fintech ist dies ein typisches Muster: Die Technologie muss robust und skalierbar sein, während gleichzeitig der Vertrieb an mittelständische Unternehmenskunden aufgebaut werden muss – ein Prozess, der Zeit und Ressourcen erfordert.
Wachsendes Interesse an Treasury-Automatisierung
Der Mittelstand befindet sich in einem digitalen Wandel, und Treasury Management ist ein Bereich, der vielen Unternehmen noch manuell und analog läuft. Während große Konzerne seit Jahren spezialisierte Treasury-Lösungen nutzen, fehlt es kleineren und mittleren Unternehmen oft an passgenauen, erschwinglichen Alternativen. Bracket positioniert sich genau in dieser Marktlücke.
Das Marktumfeld für solche Lösungen ist günstig: Lieferkettenprobleme, volatile Wechselkurse und steigende Zinsraten haben den Druck auf Finanzteams erhöht, ihre Prozesse zu optimieren. Gleichzeitig sinken die Kosten für KI-Implementierung, was Lösungen wie die von Bracket wirtschaftlicher macht. Ähnliche Treasury-Fintechs wie Kyriba oder Tradeshift haben gezeigt, dass es einen großen Markt für solche Plattformen gibt.
Mit dieser Seed-Runde ist Bracket erst am Anfang seiner Finanzierungsreise, aber die Unterstützung durch etablierte Finanzakteure wie Macquarie Group gibt dem Unternehmen Glaubwürdigkeit und potenziell auch Zugang zu deren Unternehmenskundennetzwerk.
Nächste Phase des Wachstums
Bracket ist in Großbritannien ansässig und hat nun insgesamt 6,4 Mio. € eingesammelt. Die nächsten Schritte werden darin bestehen, die Plattform produktionsreif zu machen und die ersten Kundenakquisitionen zu stemmen. Mit Macquarie als Lead-Investor könnte das Unternehmen auch von Referenzen und Branchenkontakten profitieren. Die Kombination aus KI-Automation und Banking-Integration macht Bracket zu einem Unternehmen, das in den kommenden Jahren die Treasury-Landschaft für den europäischen Mittelstand prägen könnte.




