Everdrone sichert sich 3,3 Mio. € für autonome Rettungsdrohnen
Das schwedische Unternehmen Everdrone hat eine Serie-A-Finanzierung in Höhe von 3,3 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wurde vom Investor Sciety angeführt. Das Kapital soll die Expansion des Drohnen-Systems zur Notfallversorgung vorantreiben und die Marktpenetration in Europa beschleunigen.
Autonome Drohnen für schnellere Notfallhilfe
Everdrone hat sich auf ein hochinnovatives Problem konzentriert: Bei Herzstillständen und anderen medizinischen Notfällen sind die ersten Minuten entscheidend. Studien zeigen, dass eine Defibrillation innerhalb der ersten drei bis fünf Minuten die Überlebenschance erheblich erhöht. In vielen Regionen kann ein Krankenwagen diese Zeit aber nicht einhalten.
Die Lösung des Unternehmens ist ein Drohnensystem, das automatisierte externe Defibrillatoren (AEDs) und andere medizinische Notfallausrüstungen zu Einsatzorten transportiert – parallel zum Eintreffen der Ambulanz. Die autonomen Drohnen werden von lokalen Einsatzzentralen aus koordiniert und können in Sekundenschnelle abheben, um kritische Minuten zu sparen. Das System ist speziell für den Einsatz durch professionelle Rettungsdienste konzipiert und integriert sich nahtlos in bestehende Notfalldispatching-Infrastrukturen.
Das Geschäftsmodell basiert auf einer Partnerschaft mit öffentlichen und privaten Rettungsdiensten, die die Drohnensysteme installieren und betreiben. Die Technologie ermöglicht es Kommunen und Regionen, ihre Notfallversorgung zu optimieren, ohne massiv in zusätzliche Bodenfahrzeuge investieren zu müssen.
Starke Investorenpartnerschaft
Sciety, der Lead-Investor der Runde, ist ein europäischer Investor mit Fokus auf Impact-getriebene Technologieunternehmen. Die Investition unterstreicht das Vertrauen in Everdromes Ansatz, kritische Infrastruktur durch Drohnentechnologie zu modernisieren.
Das frische Kapital soll primär in die weitere Produktentwicklung, regulatorische Genehmigungen sowie die Skalierung der Operationen in Europa fließen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit Rettungsdiensten in Schweden, Deutschland und anderen europäischen Ländern, um Pilotprogramme auszuweiten und kommerzielle Deployments voranzutreiben.
Wachsender Markt für Emergency Drones
Das Everdrone-Konzept profitiert von mehreren Trends: Drohnentechnologie wird zunehmend zuverlässiger und regulatorisch akzeptiert. Gleichzeitig wächst der Druck auf Rettungsdienste, effizienter zu werden und Reaktionszeiten zu verkürzen – sowohl aus Kostengründen als auch wegen steigenden Personalbedarfs.
International gibt es bereits ähnliche Initiativen, etwa in Dänemark und den USA, wo Drohnenprogramme zur AED-Versorgung getestet werden. Everdrone positioniert sich als europäischer Leader in diesem noch jungen Segment und nutzt die regulatorische Infrastruktur der EU zu seinem Vorteil. Die Finanzierungssumme von 3,3 Mio. € ist für diese Wachstumsphase typisch und ermöglicht es dem Unternehmen, mehrere regionale Märkte gleichzeitig anzugehen.
Dies ist die erste große externe Finanzierungsrunde für Everdrone und markiert einen wichtigen Wendepunkt für das Unternehmen – vom Proof-of-Concept zur kommerziellen Skalierung.
Nächste Schritte und Ausblick
Everdrone sitzt in Schweden und hat mit dieser Serie A insgesamt 3,3 Mio. € eingesammelt. Das Team plant nun, in den kommenden 18 bis 24 Monaten mehrere europäische Rettungsdienste mit dem System auszustatten und umfangreiche Einsatzdaten zu sammeln. Ein Fokus liegt auch auf der Erfüllung von CE-Zertifizierung und anderen regulatorischen Anforderungen, um den Weg für schnellere Expansion zu ebnen. Langfristig könnte das Modell auch auf andere medizinische Notfallszenarien ausgeweitet werden – von Stromschlag bis Trauma.







