Venture Capital Finanzierungen werden als Kraftstoff für unser Gründungsökosystem gesehen und haben positive Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, Innovationsfähigkeit von Unternehmen sowie die Förderung von Ideen für globale Herausforderungen wie den Klimawandel.


Venture Capital Finanzierungen werden als Kraftstoff für unser Gründungsökosystem gesehen und haben positive Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, Innovationsfähigkeit von Unternehmen sowie die Förderung von Ideen für globale Herausforderungen wie den Klimawandel.
Aber Venture Capital ist auch eine Anlageklasse, die an Beliebtheit gewinnt - trotz hohem Risikoprofil und Krisenzeiten. Sogenannte High-Net-Worth Individuals oder HNWIs (verfügen über mehr als eine Million Euro investierbares Kapital) haben einen Private Equity Anteil von fast 30% im Portfolio, d.h., Beteiligungen an nicht-börsennotierten Unternehmen. In diese Kategorie fallen u.a. Beteiligungen an Venture Capital Fonds. (1)
Aber was ist der Reiz an Start-up und Venture Capital Investitionen? In diesem Artikel stellen wir vier spannende Beweggründe von Investorinnen vor:
Der erste und häufigste Grund für Anlegerinnen, die sich für Venture Capital im Portfolio entscheiden, sind die hohen Renditeerwartungen.
Laut dem Europe Developed Venture Capital Index haben Venture Capital Fonds Nettorenditen in Höhe von durchschnittlich 22,7% pro Jahr erzielt. (2) Im gleichen Zeitraum hätte man an der Börse nur eine jährliche Rendite von 5,6% erzielt.
So übertrifft die Rentabilität von Venture Capital Investments die von anderen Anlageklassen.

Einer der Haupttreiber für die hohen Renditen von Venture Capital ist, dass viele Unternehmen länger privat bleiben und sich lieber über Venture Capital und Private Equity statt IPOs finanzieren. Laut der Datenplattform Dealroom, sind 70% der seit 2010 gegründeten Technologieunternehmen noch privat finanziert und nicht an der Börse! (3)
Während der Großteil der Wertentwicklung in den 90ern und frühen 2000er Jahren nach dem Börsengang stattfand, wird inzwischen ein größerer Wert der Unternehmen auf dem privaten Kapitalmarkt, also vor dem Börsengang, generiert.
Daraus ergibt sich, dass Venture Capital und Private Equity Fonds heutzutage an der Unternehmensphase mit der größten Wertentwicklung beteiligt sind.
Die moderne Portfoliotheorie besagt, dass Anlegerinnen in ihrem Portfolio eine Diversifizierung erreichen und das Verlustrisiko verringern können, indem sie die Korrelation zwischen den für das Portfolio ausgewählten Anlageklassen reduzieren.
Venture Capital kann zur Diversifizierung eines Portfolios beitragen, weil es kaum mit dem öffentlichen Kapitalmarkt korreliert. Das bedeutet, dass Investitionen in VC Fonds vergleichsweise unempfindlich gegenüber Schwankungen an der Börse sind. (4)
Auch laut der Expertinnen von JP Morgan, einer der größten Banken weltweit, führt eine Portfoliobeimischung von alternativen Anlageklassen wie Venture Capital und Private Equity zu einer Erhöhung der erwarteten Rendite bei gleichzeitig geringerem Gesamtrisiko. (5)
Wer sein Portfolio aufstellt, vergleicht Anlageklassen nach Rendite, Risiko und Diversifikation. ETFs auf den MSCI World liefern langfristig durchschnittlich etwa 7–9 % pro Jahr – solide, aber wenig spektakulär. Immobilien bieten Stabilität und Inflationsschutz, binden jedoch viel Kapital und hängen stark von Zinsentwicklungen ab. Anleihen gelten als sicher, werfen in einem herausfordernden Zinsumfeld aber oft reale Verluste ab.
Venture Capital spielt in einer anderen Liga. Laut Cambridge Associates lagen die besten VC-Fonds der letzten zwei Jahrzehnte bei internen Renditen von 20–30 % p.a. – deutlich oberhalb klassischer Anlageklassen. Natürlich gilt das nicht für jeden Fonds: Mittelmäßige VC-Vehikel können auch underperformen. Entscheidend ist deshalb die Auswahl des richtigen Managers und die Streuung über mehrere Fonds und Jahrgänge.
Der eigentliche Vorteil liegt im Zusammenspiel: Während ETFs und Anleihen stark miteinander korrelieren, verhält sich Venture Capital weitgehend unabhängig von Börsenzyklen. Du kombinierst also nicht nur Renditechancen, sondern baust aktiv Risiko aus deinem Gesamtportfolio heraus – das ist ein struktureller Vorteil, den keine andere klassische Anlageklasse in dieser Form bietet.
Venture Capital ist keine Anlageklasse ohne Hürden. Die wichtigste davon ist die Illiquidität: Wer in einen VC-Fonds investiert, bindet sein Kapital in der Regel für 8–12 Jahre. Ein vorzeitiger Ausstieg ist kaum möglich. Du musst also sicher sein, dass du das eingesetzte Kapital über diesen Zeitraum nicht benötigst. Dazu kommt das Blindpool-Risiko: Bei Zeichnung ist oft noch nicht klar, in welche Startups der Fonds konkret investiert.
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Die Mindestanlage lag lange bei 200.000 Euro oder mehr – und damit außerhalb der Reichweite der meisten Privatanleger. Inzwischen gibt es in Deutschland jedoch Plattformen wie Moonfare, Liqid oder die Deutschen Wertpapier Service Bank, die VC-Fonds ab 10.000–50.000 Euro zugänglich machen. Die Kostenstruktur folgt dem Branchenstandard: eine jährliche Verwaltungsgebühr von etwa 2 % sowie eine Erfolgsbeteiligung von 20 % auf Gewinne oberhalb der Hurdle Rate.
Vor einem Investment solltest du außerdem die Due Diligence ernst nehmen. Prüfe die Track-Record des Fondsmanagers, die Investitionsstrategie und die Zielbranche. Ein fokussierter Fonds mit erfahrenem Team schlägt einen breit aufgestellten Fonds mit unerfahrenem Management statistisch deutlich. Informiere dich über die rechtliche Struktur – in Deutschland sind VC-Fonds häufig als GmbH & Co. KG aufgesetzt – und ziehe im Zweifelsfall einen unabhängigen Berater hinzu.
Da Start-ups und andere Investitionen auf dem privaten Kapitalmarkt einen langen Zeithorizont haben - bis zu zehn Jahre oder mehr -, sind sie in der Regel nicht von der Volatilität der öffentlichen Märkte betroffen und im Vergleich resilienter.
Historische Daten bestätigen, dass privates Beteiligungskapital wie Private Equity und Growth Fonds in Krisenzeiten eine höhere Rendite erzielt hat als der Aktienmarkt. (6)
Eine Studie von Morgan Creek, einer amerikanischen Investmentfirma, hat sich die Performance von Venture Capital Fonds angeschaut, die um die Finanzkrise im Jahr 2008 herum initiiert worden sind. Man hat herausgefunden, dass Venture Capital Fonds überdurchschnittlich hohe Renditen erzielt haben, wenn sie während und kurz nach der Finanzkrise angefangen haben, in Unternehmen zu investieren. (7)
Das liegt u.a. an der Marktkorrektur, die beispielsweise mit einem wirtschaftlichen Abschwung einhergeht und günstigere Einstiegspreise bei Startups ermöglicht.

Insgesamt zeigen diese Gründe, dass Venture Capital ist eine attraktive Anlageklasse für Investor*nnen: Die historisch hohe Rentabilität, geringe Korrelation zum öffentlichen Kapitalmarkt und höhere Krisenfestigkeit machen Venture Capital zu einer vielversprechenden Möglichkeit, um ein Portfolio zu diversifizieren und Renditen zu steigern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass solche Investitionen immer mit hohen Risiken verbunden sind, einen sehr langfristigen Investmenthorizont haben und nur nach einer sorgfältigen Prüfung in Erwägung zu ziehen sind.
Disclaimer: Alle hier angegebenen Informationen stellen keine Anlageberatung oder -empfehlung dar!
Quelle der vorliegenden Informationen:
(1) Alternative Investments of the Ultra-Wealthy in 2022
(2) State of European Tech 2021 by Atomico: European VC Returns
(3) Dealroom Blog: Democratizing Venture Capital
(4) Is Venture Capital uncorrelated with the public equities market?
(5) 2023 Long-Term Capital Market Assumptions
(6) Private Markets in Downturns: 3 Observations
(7) Venture investing in the downturn
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