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Wie baue ich ein Portfolio auf, das vom Ölpreis unabhängig ist?

Samuel Gassauer
Samuel Gassauer
3. März 20267
Wie baue ich ein Portfolio auf, das vom Ölpreis unabhängig ist?

Zusammenfassung: Was im Sommer 2025 noch als Risikoszenario galt, ist Anfang 2026 Realität geworden: Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran ist in einen offenen Krieg mit US-Beteiligung eskaliert, die Straße von Hormus wurde zeitweise faktisch blockiert, und der Ölpreis hat deutlich angezogen. Klassisch aufgestellte Portfolios geraten dadurch unter Druck – während zukunftsorientierte Anlagen in Technologie, Gesundheit und erneuerbare Energien strukturell kaum betroffen sind. Dieser Artikel zeigt, warum ein ölpreisunabhängiges Portfolio keine Luxus-Überlegung mehr ist, sondern eine strategische Notwendigkeit.


Vom Risikoszenario zur gelebten Realität

Wer im vergangenen Jahr Szenarien eines großen Ölpreisschocks als übertrieben abgetan hat, wird seit Anfang 2026 eines Besseren belehrt. Der israelisch-iranische Konflikt, der im Juni 2025 mit massiven Angriffen auf iranische Atomanlagen eskalierte, hat sich seitdem zu einer offenen militärischen Auseinandersetzung ausgeweitet – mit Luftschlägen der USA und Israels auf iranische Ziele sowie iranischen Gegenschlägen auf Energie-Infrastruktur und Schiffe im Persischen Golf (The Guardian, 2026).

Die Konsequenzen für die Energiemärkte sind spürbar. Brent-Rohöl notiert Anfang März 2026 im Bereich von 78 bis 80 US-Dollar pro Barrel, zeitweise mit Intraday-Spitzen darüber – angetrieben durch einen Sprung von zweistelliger Größenordnung innerhalb weniger Handelstage, nachdem der Tanker-Verkehr durch die Straße von Hormus zeitweise faktisch zum Erliegen kam (MarketWatch, 2026; TradingEconomics, 2026). Europäische Gaspreise reagierten kurzfristig noch stärker. Und Analysten führender Häuser sehen in einem anhaltenden Kriegs- oder Blockadeszenario weiteres erhebliches Aufwärtspotenzial – Preisregionen jenseits von 120 US-Dollar sind in Stress-Szenarien explizit auf dem Tisch (J.P. Morgan, 2026).

Takeaway: Die Frage lautet nicht mehr „Was wäre wenn?", sondern: Wie resilient ist Ihr Portfolio gegenüber einem Ölpreisregime, das sich dauerhaft auf erhöhtem Niveau bewegen oder weiter eskalieren kann?


Warum die Straße von Hormus das Herzstück des Problems ist

Knapp ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und ein erheblicher Anteil des globalen Flüssiggas-Handels fließen durch die schmale Meerenge zwischen dem Iran und dem Sultanat Oman. Das ist keine abstrakte Statistik – es ist die strukturelle Verwundbarkeit fossiler Abhängigkeit, die sich im Frühjahr 2026 einmal mehr manifestiert hat (Reuters, 2026).

Dass die Revolutionsgarden den Durchfluss zeitweise untersagt haben und zahlreiche Tanker ankernd warteten, ist nicht nur eine kurzfristige Marktstörung. Es ist ein Muster: Geopolitische Konflikte in ölproduzierenden Regionen erzeugen zuverlässig starke Preisausschläge – wie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 belegt, der Brent-Öl innerhalb weniger Monate von moderaten Niveaus auf Mehrjahreshochs trieb und nach Berechnungen des Forschungsnetzwerks der Nature-Gruppe den überwiegenden Teil der Volatilität der globalen Rohölpreise in diesem Zeitraum erklärte (Nature Communications, 2024).

Die Erkenntnis dahinter ist simpel: Klassische Portfolios, die direkt oder indirekt stark in fossilabhängige Sektoren investiert sind – Industrie, Chemie, Logistik, Automobil –, reagieren bei Energiepreisschocks regelmäßig mit erheblichen Kursverlusten. Und das Problem besteht nicht erst seit dem Iran-Konflikt.


Das versteckte Öl-Risiko in klassischen Depots

Ein häufig übersehener Aspekt: Viele gut diversifiziert wirkende Portfolios sind indirekt erheblich vom Ölpreis abhängig. Wer einen breiten Aktienindex-ETF hält, hat damit automatisch Exposition gegenüber Energie-, Chemie-, Luft- und Automobilaktien – Sektoren, die bei steigenden Energiekosten strukturell leiden.

Dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Tatsächlich reagiert ein Portfolio auf Ölpreissteigerungen je nach Zusammensetzung sehr unterschiedlich:

  • Öl- und Gasunternehmen profitieren direkt, aber der Effekt ist oft temporär und von politischen Eingriffen überlagert.

  • Industrie und produzierendes Gewerbe leiden unter gestiegenen Energiekosten, die Margen komprimieren.

  • Transport und Logistik trifft es besonders hart – Kerosin, Diesel, Schiffstreibstoff machen einen erheblichen Kostenteil aus.

  • Technologie, Healthcare und erneuerbare Energien zeigen historisch eine deutlich geringere oder kaum messbare Korrelation zu Ölpreisbewegungen.

Gerade in volatilen Marktphasen wie der aktuellen wird dieser Unterschied sichtbar. Wer schon einmal versucht hat, nach einem Energieschock sein Depot zu analysieren, stellt oft fest: Die vermeintliche Diversifikation hat weniger geleistet als erhofft.


Drei Strategien für ein ölpreisunabhängiges Portfolio

Strategie 1: Technologie und Innovation als struktureller Anker

Europäische Technologieunternehmen – von Software über künstliche Intelligenz bis hin zu Medizintechnik – sind in ihrer Kostenstruktur und ihrem Wachstumsmodell weitgehend unabhängig vom Ölpreis. Ihre Wertschöpfung basiert auf Wissen, Daten und skalierbaren digitalen Prozessen, nicht auf fossilen Inputs.

Dabei: KI, Gesundheitstechnologie und digitale Infrastruktur sind strukturelle Wachstumsthemen, die unabhängig davon florieren, ob Brent bei 70 oder 130 Dollar notiert. Wer hier investiert ist – sei es über Einzel-ETFs oder direkte Fondsbeteiligungen –, baut sich einen strukturell ölpreisunabhängigen Portfoliobaustein auf. Mehr dazu, wie sich europäische Technologieaktien mit anderen Anlageklassen kombinieren lassen: Europäische ETFs im Aufwind.

Strategie 2: Clean Energy als direkter Profiteur

Hohe Ölpreise sind das stärkste Argument für erneuerbare Energien – ökonomisch, politisch und strategisch. Wenn fossile Energie teuer wird, verbessern sich die Wettbewerbsbedingungen für Solar, Wind und Elektromobilität dramatisch. Gleichzeitig erhöhen Versorgungsrisiken wie die zeitweise Blockade von Hormus den politischen Druck, Investitionen in Energieunabhängigkeit zu beschleunigen (J.P. Morgan, 2026; Bruegel, 2026).

Dieser Zusammenhang ist nicht neu – er wurde nach dem Ukraine-Schock 2022 deutlich sichtbar, als europäische Energie- und Klimaschutzinvestitionen sprunghaft anstiegen. 2026 dürfte ähnliche Beschleunigungseffekte auslösen. Clean Energy-Fonds und entsprechende ETFs sind damit nicht nur ideologische Investments, sondern strukturelle Krisengewinner. Mehr zur Investmentstrategie in erneuerbarer Energie: Von Batterieparks zu Climate Tech.

Strategie 3: Venture Capital als Anti-Korrelations-Baustein

Venture Capital ist strukturell ölpreisunabhängig. Startups – insbesondere in den Bereichen Software, Gesundheit, Klima- und Raumfahrttechnologie – sind weder in ihrer Finanzierung noch in ihrer Wertschöpfung wesentlich vom Ölpreis getrieben. Die Bewertung von VC-Portfolios erfolgt quartalsweise auf Basis von Unternehmensentwicklung und Exit-Ereignissen, nicht auf Basis täglicher Rohstoffpreise.

Interessanterweise ist die Korrelation bei Climate-Tech-Investments sogar leicht negativ: Wenn fossile Energie teurer wird, steigt die Attraktivität von Klimatechnologie-Unternehmen, was Bewertungen und Finanzierungsbereitschaft tendenziell stützt.

Lange Zeit war Venture Capital als Anlageklasse faktisch verschlossen für Anleger, die nicht über Family-Office-Kapital oder institutionelle Mindestanlagen verfügten. Mit dem iVC Innovation Fund ist es heute möglich, ab einem Mindestinvestment von 10.000 Euro in ein diversifiziertes Portfolio aus über 200 europäischen Startups zu investieren – gestreut über mehr als zehn institutionelle VC-Fonds, BaFin-reguliert und professionell verwaltet.


Fallstudie: Markus K. – von der Ukraine-Krise zur Iran-Eskalation

Markus K., 48, IT-Manager aus Hamburg, erlebte die Folgen eines fossil-lastigen Portfolios bereits im Frühjahr 2022 aus nächster Nähe. Als Russland die Ukraine angriff und der Ölpreis in die Höhe schoss, verlor sein damals klassisch diversifiziertes Portfolio binnen weniger Monate erheblich an Wert. „Ich dachte, ich sei breit aufgestellt – aber der Ölpreis hat alles dominiert", erinnert er sich. „Energie, Transport, Chemie – alles fiel gleichzeitig."

In den Folgejahren stellte Markus sein Portfolio schrittweise um: Raus aus Öl-, Automobil- und Logistikwerten, rein in europäische Technologie, Healthcare, Clean Energy – und als neue Komponente in einen Venture Capital Fonds.

Als im Sommer 2025 der israelisch-iranische Konflikt eskalierte, war sein Portfolio bereits neu strukturiert. Statt erneuter Verluste erlebte er, was ein ölpreisunabhängiges Depot in Krisenzeiten leisten kann: relative Stabilität bei gleichzeitiger struktureller Wachstumsposition.

Anfang 2026, mit dem Übergang in eine offene Kriegssituation und zeitweiser Hormus-Blockade, ist Markus abermals froh über seine Neuausrichtung. „Die VC-Komponente war anfangs gewöhnungsbedürftig – Illiquidität, lange Laufzeit, keine tägliche Bewertung. Aber die Performance rechtfertigt alles. Und ich schlafe nachts ruhig."

Die Erfahrung zeigt: Wer nach einem Schock reagiert, handelt zu spät. Portfolioumschichtungen brauchen Zeit – und Ölpreisschocks kommen schneller als gedacht.

Wie Family Offices ihr Portfolio in vergleichbaren Situationen strukturieren, zeigt der J.P. Morgan Family Office Report.


Der aktuelle Marktausblick: Unsicherheit als dauerhafter Zustand

Analysten sehen für das Jahr 2026 eine breite Spannweite möglicher Ölpreisentwicklungen. Im Basisfall – also ohne weitere Eskalation – rechnen Institute wie die Energy Information Administration (EIA) und J.P. Morgan mit Durchschnittspreisen im moderaten Bereich von etwa 60 bis 80 US-Dollar, begleitet von erheblichen Ausschlägen (EIA, 2026). In einem anhaltenden Kriegs- oder Blockadeszenario sind Preisbereiche jenseits von 120 US-Dollar explizit eingepreist.

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Gleichzeitig steuert OPEC+ durch vorsichtige Fördererhöhungen aktiv gegen extreme Spitzen – was Preisschwankungen tendenziell zwar dämpft, aber auch neue Unsicherheiten einführt (TradingEconomics, 2026).

Was bleibt: Das geopolitische Risikopremium im Öl ist nicht verschwunden, es ist strukturell verankert. Die Frage für langfristig orientierte Anleger lautet deshalb nicht, ob der nächste Schock kommt – sondern ob das Portfolio dafür aufgestellt ist.

Mehr zur Analyse der aktuellen VC-Marktentwicklungen: Venture Capital 2025/2026 – Chancen und Risiken.


Die strukturelle Energiewende als Investment-Rückenwind

Ein oft unterschätzter Aspekt der aktuellen Situation: Geopolitische Ölpreisschocks beschleunigen die Energiewende, anstatt sie zu bremsen. Wenn fossile Abhängigkeit schmerzhaft teuer wird, steigen politische Investitionen in Energieunabhängigkeit – und damit die Wachstumsaussichten für erneuerbare Energien, Elektromobilität und Klimatechnologie.

Das hat direkte Auswirkungen auf VC-Investitionen im Climate-Tech-Bereich: Höhere fossile Preise verbessern die ökonomische Attraktivität von Alternativen und ziehen weiteres Kapital in Startups, die an Lösungen für Energieeffizienz, Speicherung und Elektrifizierung arbeiten. Tatsächlich hat Europa in diesem Bereich zuletzt erheblich aufgeholt – mit einer wachsenden Zahl an Climate-Tech-Unicorns und einem robusten Deal-Flow in relevanten Sektoren. Mehr dazu: Climate Tech Unicorns in Europa.


Risiken ehrlich einschätzen

Transparenz ist hier wichtiger als Euphorie. Ein ölpreisunabhängiges Portfolio reduziert eine spezifische Risikoqelle – fossile Abhängigkeit –, eliminiert aber keine Risiken grundsätzlich.

Illiquidität ist der wichtigste Parameter bei Venture Capital: Kapital ist für einen substanziellen Zeitraum gebunden, ein täglicher Rückgabemechanismus besteht nicht. Wer diesen Horizont mitbringt, wird durch eine Illiquiditätsprämie belohnt – wer kurzfristige Liquidität braucht, sollte diesen Anteil entsprechend planen.

Bewertungsschwankungen bei VC-Investments wirken zeitverzögert: Quartalsweise Berichte statt täglicher Kurse bedeuten weniger unmittelbare Nervosität, aber auch weniger Transparenz in Echtzeit – was Disziplin und ein grundlegendes Verständnis der Anlageklasse erfordert. Mehr dazu: IRR-Kalkulation bei Venture Capital.

Geopolitische Wechselwirkungen betreffen auch VC-Portfolios indirekt: Steigende Zinsen, veränderte Exit-Märkte oder geopolitische Unsicherheiten können Bewertungen und Finanzierungsrunden beeinflussen – auch wenn der direkte Ölpreiskanal weitgehend fehlt. Schätzungen zufolge dürften anhaltend hohe Zinsen und geopolitische Unsicherheit die Bewertungskorrektur im VC-Markt noch eine Weile begleiten, bevor sich Exit-Fenster wieder öffnen.

Ausfallrisiken auf Unternehmensebene sind bei VC inhärent. Der Dachfonds-Ansatz – breite Streuung über zahlreiche Startups und Zielfonds hinweg – reduziert dieses Risiko strukturell, ohne es vollständig zu eliminieren. Die Erfahrung zeigt: In gut konstruierten Portfolios überwiegen die Gewinne der erfolgreichen Investments die Verluste der gescheiterten.


Portfolio-Positionierung: Drei Szenarien im Vergleich

Die folgende qualitative Einschätzung verdeutlicht die strukturellen Unterschiede zwischen klassischen und ölpreisunabhängigen Portfolios – ohne Garantieversprechen, aber auf Basis historischer Muster und aktueller Marktentwicklungen:

Normales Ölpreisumfeld (moderates Niveau): Beide Portfolioansätze performen solide. Klassische Portfolios können von Energie- und Rohstoffanlagen profitieren; ölpreisunabhängige Portfolios zeigen stabiles, strukturelles Wachstum in Technologie und Healthcare.

Ölpreisschock (zeitweise stark erhöhtes Niveau, wie aktuell): Klassische Portfolios mit erheblicher Energiedependenz geraten unter Druck. Ölpreisunabhängige Portfolios – insbesondere mit VC- und Clean-Energy-Komponenten – zeigen deutlich geringere Sensitivität und können von der Energiewende-Beschleunigung profitieren.

Anhaltende Eskalation (Stress-Szenario): Extremes Szenario mit sehr hohem Ölpreis. Klassische Portfolios würden erhebliche Verluste in industriellen Sektoren erleiden. Ölpreisunabhängige Portfolios wären strukturell deutlich besser positioniert, wenngleich auch sie unter allgemeiner Marktvolatilität leiden würden.

Mehr zur Strategie der Kombination verschiedener Anlageklassen: Core-Satellite-Strategie mit ETFs und VC-Fonds sowie Portfolio-Rebalancing mit Venture Capital.


Praktische Umsetzung: Von der Analyse zur Allokation

Die intellektuelle Überzeugung, ein ölpreisunabhängiges Portfolio aufzubauen, ist ein guter Anfang – aber sie allein bewegt keine Märkte. Konkret bedeutet das:

Schritt 1: Portfolio-Analyse. Überprüfen Sie Ihre bestehende Allokation auf direkte und indirekte fossile Abhängigkeiten. Welche Branchen und Sektoren sind in Ihrer ETF-Konstruktion wie stark vertreten? Ein Klumpenrisiko-Analyse hilft hier weiter: Klumpenrisiko MSCI World.

Schritt 2: Schrittweise Umschichtung. Ölpreis-sensitive Positionen müssen nicht sofort vollständig aufgelöst werden – aber ein bewusster Abbau und eine Neuausrichtung in Technologie, Healthcare und erneuerbare Energien schafft mittelfristig Resilienz. Die 5-10-40-Regel bietet dabei einen praktischen Orientierungsrahmen.

Schritt 3: VC-Einstieg planen. Venture Capital ist eine langfristige Entscheidung, die gut zur Struktur eines Gesamtportfolios passen muss. Wer 10 bis 15 Prozent seines Anlagekapitals in einen VC-Fonds investiert und dabei einen Zeithorizont von zehn oder mehr Jahren mitbringt, kombiniert strukturelle Wachstumschancen mit echter Krisenresilienz gegenüber fossilen Ölpreisschocks. Einstiegspunkt: Startup-Investment ab 10.000 Euro.

Mehr zu den grundsätzlichen Vorteilen von Venture Capital im Portfolio: 3 Gründe für Venture Capital im Portfolio.


Häufige Fragen (FAQ)

Was bedeutet die Straße von Hormus für den globalen Ölmarkt? Die Straße von Hormus ist der engste und strategisch bedeutsamste Seeweg für den weltweiten Öl- und Flüssiggas-Transport. Ein erheblicher Anteil des global gehandelten Erdöls sowie ein substanzieller Teil des globalen LNG-Handels passiert diese wenige Dutzend Kilometer breite Meerenge. Jede ernsthafte Störung – sei es durch militärische Eskalation oder Blockadedrohungen – löst unmittelbar starke Preissteigerungen aus, wie zuletzt im Frühjahr 2026 zu beobachten war.

Wie kann ich mein Portfolio ölpreisunabhängig machen? Ein ölpreisunabhängiges Portfolio setzt auf Anlageklassen, deren Wertentwicklung nicht primär von Rohstoffpreisen getrieben wird: Technologieunternehmen, Healthcare, erneuerbare Energien und Venture Capital. Konkret bedeutet das eine Überprüfung bestehender ETF-Allokationen auf indirekte fossile Expositionen sowie eine schrittweise Ergänzung durch entsprechende Positionen. Der Schlüssel liegt in echter Diversifikation – nicht nur nach Regionen, sondern nach strukturellen Treibern.

Warum ist Venture Capital ölpreisunabhängig? Startups finanzieren sich über Eigenkapitalrunden, deren Bewertung von Wachstum, Team und Marktpotenzial abhängt – nicht von Rohstoffzyklen. Die operative Kostenstruktur von Software-, Healthcare- oder Deep-Tech-Startups ist kaum öl-sensitiv. Zudem bewertet sich ein VC-Portfolio quartalsweise auf Basis von Unternehmensentwicklung, nicht täglicher Marktpreise. Bei Climate-Tech-Investments kann der Zusammenhang sogar leicht negativ sein: Hohe Ölpreise stärken die Wettbewerbsposition alternativer Energiekonzepte.

Was passiert mit meiner VC-Investition, wenn der Markt insgesamt einbricht? Venture Capital ist nicht vollständig immun gegen allgemeine Marktabschwünge – veränderte Zinsbedingungen und eingeschränkte Exit-Fenster können auch VC-Portfolios belasten. Allerdings sind die Übertragungskanäle schwächer und zeitlich verzögert im Vergleich zu börsennotierten Anlagen. Gut diversifizierte Fonds mit breiter Sektoren- und Phasenstreuung zeigen historisch eine deutlich geringere Gleichlaufkorrelation zu Aktienindizes – was sie als Diversifikationsbaustein besonders wertvoll macht. Mehr dazu: VC vs. Aktien-ETF in Bärenmärkten.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, in Venture Capital einzusteigen? Die ehrliche Antwort: Venture Capital ist eine langfristige Anlageklasse, für die Market-Timing eine untergeordnete Rolle spielt. Entscheidender sind persönliche Liquiditätsplanung, Zeithorizont und ein grundsätzliches Verständnis der J-Curve. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, profitiert von der aktuell günstigeren Bewertungssituation und dem strukturellen Rückenwind durch Energiewende und Digitalisierung. Mehr dazu: Warum in Venture Capital investieren?

Wie unterscheidet sich ein VC-Dachfonds von einem direkten Startup-Investment? Bei einem direkten Startup-Investment trägt man das volle Ausfallrisiko eines einzelnen Unternehmens und benötigt erhebliches eigenes Selektions-Know-how. Ein VC-Dachfonds investiert das Kapital über mehrere institutionelle Fonds in Dutzende oder Hunderte von Startups – was das Einzelausfallrisiko stark reduziert und gleichzeitig Zugang zu professionell ausgewählten Portfolios bietet, die über direkte Wege nicht zugänglich wären. Vertiefend: Venture Capital für Einsteiger – der komplette Guide.


Fazit: Strukturelle Unabhängigkeit statt reaktives Krisenmanagement

Der Iran-Krieg 2026 ist kein singuläres Ereignis – er ist die jüngste Manifestation einer strukturellen Schwachstelle: der fossilen Abhängigkeit klassisch aufgestellter Portfolios. Ob Ukraine 2022, Hormus 2026 oder der nächste noch unbekannte geopolitische Schock – die Mechanik ist dieselbe.

Ein ölpreisunabhängiges Portfolio zu bauen ist keine exotische Strategie, sondern eine konsequente Weiterentwicklung moderner Portfoliotheorie. Die Kombination aus Technologie-ETFs, Clean-Energy-Positionen und einem Venture-Capital-Baustein bietet strukturelle Krisenresilienz – und gleichzeitig die Partizipation an den Wachstumsthemen der kommenden Dekade: künstliche Intelligenz, erneuerbare Energien, Healthcare-Innovation und digitale Infrastruktur.

Der iVC Innovation Fund ermöglicht dabei den Einstieg in professionell gemanagte, BaFin-regulierte VC-Investments ab 10.000 Euro – ein Zugang, der bis vor wenigen Jahren institutionellen Investoren und Family Offices vorbehalten war. Mehr dazu: Anlegen wie die Reichen.


Quellen

Bruegel. (2026, März). How will the Iran conflict hit European energy markets. https://www.bruegel.org/first-glance/how-will-iran-conflict-hit-european-energy-markets

Energy Information Administration (EIA). (2026, März). Short-Term Energy Outlook: Global Oil Markets. https://www.eia.gov/outlooks/steo/report/global\\\_oil.php

J.P. Morgan. (2026, März). Oil prices and geopolitical risk: Current outlook. https://www.jpmorgan.com/insights/global-research/commodities/oil-prices

MarketWatch. (2026, März). Brent crude futures. https://www.marketwatch.com/investing/future/brn00?countrycode=uk

Nature Communications. (2024, Januar). The impact of Russia–Ukraine war on crude oil prices. https://www.nature.com/articles/s41599-023-02526-9

Oxford Economics. (2026, März). The 2026 Iran war: An initial take and implications. https://www.oxfordeconomics.com/resource/the-2026-iran-war-an-initial-take-and-implications/

Reuters. (2026, März 3). Oil rises as expanding US-Israeli conflict with Iran elevates supply risks. https://www.reuters.com/business/energy/oil-rises-expanding-us-israeli-conflict-with-iran-elevates-supply-risks-2026-03-03/

The Guardian. (2026, März 1). Oil price surge as Iran-US-Israel strikes hit markets. https://www.theguardian.com/business/2026/mar/01/oil-price-surge-iran-us-israel-strikes-markets

TradingEconomics. (2026, März). Brent crude oil. https://tradingeconomics.com/commodity/brent-crude-oil

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