HoloSolis sammelt 234,6 Mio. € in Growth-Runde ein – Europas größte Solar-Gigafactory nimmt Gestalt an
HoloSolis, der französische Hersteller von CO₂-armen Photovoltaikzellen und -modulen, hat in einer Growth-Runde 234,6 Mio. € eingesammelt. Die Finanzierung unterstreicht das Vertrauen in die europäische Solarindustrie und wird das ehrgeizige Expansionsziel des Unternehmens entscheidend voranbringen: den Bau der größten Solar-Gigafactory Europas im luxemburgisch-französischen Grenzgebiet.
Grüne Solarmodule für Europa
HoloSolis hat sich zum Ziel gesetzt, eine kritische Lücke in der europäischen Wertschöpfungskette für Solarenergie zu schließen. Während die globale Solarindustrie stark von Fernost dominiert wird, positioniert sich das Unternehmen als Produzent hocheffizienter Photovoltaikmodule mit einem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit. Die geplante Produktionsstätte in Sarreguemines-Hambach soll jährlich fünf Gigawatt (GW) Solarmodule herstellen – eine Kapazität, die für den europäischen Markt transformativ wirken könnte.
Das Geschäftsmodell von HoloSolis setzt auf Technologie mit niedrigem CO₂-Fußabdruck. Dies ist nicht nur aus Umweltgesichtspunkten relevant, sondern auch kommerziell attraktiv: Europäische und institutionelle Käufer vergeben zunehmend Aufträge bevorzugt an Hersteller mit dokumentierter Klimabilanz. In einer Zeit, in der die EU-Richtlinie für kritische Rohstoffe und die Kritische-Rohstoffe-Verordnung europäische Unabhängigkeit in der Batterietechnologie und Solarindustrie forcieren, positioniert sich HoloSolis strategisch günstig.
Starke Investorenkoalition mit klarem Fokus
Die Runde wurde von Calés Technologie angeführt, unterstützt durch eine breite Koalition aus strategischen und langfristigen Investoren. InnoEnergy, der europäische Energiewende-Investor, bringt seine Expertise und sein Netzwerk im Clean-Tech-Sektor mit ein. Auch Forming und das auf Spezialchemie spezialisierte Unternehmen Heraeus beteiligen sich an der Finanzierung. Langjährige Investoren wie die Groupe IDEC, das französische Spezialchemieunternehmen Armor Group sowie TSE unterstützen das Wachstum weiterhin.
Das frische Kapital soll primär in den Aufbau und die Inbetriebnahme der Gigafactory in Sarreguemines-Hambach fließen. Das Projekt markiert einen Wendepunkt für die europäische Solarindustrie: Die 5-GW-Kapazität entspricht dem jährlichen Solarmodul-Bedarf mehrerer europäischer Länder und reduziert damit signifikant die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern.
Europäische Solarindustrie im Aufwind
HoloSolis profitiert von einer grundlegend veränderten Marktdynamik. Nach Jahren der Dominanz chinesischer und südostasiatischer Hersteller erleben europäische Solarfabrikationen eine Renaissance – getrieben durch EU-Subventionen, steigende Energieunabhängigkeit und regulatorische Anforderungen. Das REPowerEU-Programm und verschiedene nationale Förderinitiative haben diesen Trend beschleunigt.
Europaweit entstehen derzeit mehrere neue Gigafactories: BYD plant große Anlagen in Ungarn, Meyer Burger expandiert in Deutschland und der Schweiz. Allerdings unterscheidet sich HoloSolis durch seinen expliziten Fokus auf CO₂-Reduktion und die Unterstützung durch etablierte Chemie- und Materialunternehmen – ein Vorteil, der nachhaltige Skalierbarkeit verspricht. Die Finanzierungssumme von 234,6 Mio. € positioniert das Unternehmen als einer der bestkapitalisierten europäischen Newcomer in diesem Segment.
Dies ist die erste nennenswerte Growth-Runde für HoloSolis und unterstreicht den Übergang von der Entwicklungs- zur Produktionsphase.
Nächste Meilensteine im Fokus
HoloSolis sitzt in Frankreich und konzentriert sich auf den Standort Sarreguemines-Hambach an der Grenze zu Luxemburg – eine strategische Wahl, die regulatorische Vorteile und logistische Nähe zu europäischen Märkten bietet. Mit der nun eingesammelten Gesamtfinanzierung von 234,6 Mio. € kann das Unternehmen das Fabrikprojekt mit Nachdruck vorantreiben. Nächste Schritte dürften die finale Bauplanung, Lieferkettenabsicherung und die Rekrutierung von Produktionsfachkräften sein – ein kritischer Punkt in einer ohnehin angespannten europäischen Arbeitsmarktlage für Spezialisten.





