feld.energy sammelt 10,8 Millionen Euro für modulare Agri-Photovoltaik ein
Das Hamburger Cleantech-Startup feld.energy hat in einer Seed-Runde 10,8 Mio. € eingesammelt. Das Unternehmen entwickelt modulare Agri-Photovoltaik-Systeme, die es Landwirten ermöglichen, auf derselben Fläche sowohl Nahrungsmittel anzubauen als auch Solarstrom zu erzeugen. Die Finanzierungsrunde wird von dem renommierten Venture-Capital-Geber HV Capital angeführt.
Doppelnutzung von Agrarflächen
feld.energy adressiert ein zentrales Problem der modernen Landwirtschaft: die Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittelproduktion und erneuerbaren Energien. Das Unternehmen hat Agri-Photovoltaik-Systeme entwickelt, die speziell auf die Anforderungen von Ackerflächen, Weideflächen und Spezialkulturen zugeschnitten sind. Im Gegensatz zu konventionellen Solaranlagen, die landwirtschaftliche Flächen für Jahre blockieren, ermöglichen die modularen Systeme von feld.energy eine gleichzeitige Nutzung.
Die Besonderheit liegt in der maschinenfähigkeit der Konstruktion: Landwirte können weiterhin ihre etablierten Maschinen und Anbaumethoden einsetzen, ohne dass die Solaranlage zur Hindernis wird. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu anderen Agri-PV-Anbietern, die oft umständliche Umbauten oder neue Anbauverfahren erfordern. Durch diese praktische Auslegung senkt feld.energy die Hürden für die Adoption von Agri-Photovoltaik bei Landwirten erheblich.
Das Geschäftsmodell zielt darauf ab, Landwirten eine zusätzliche Einnahmequelle zu erschließen, während sie gleichzeitig ihren Betrieb modernisieren und dekarbonisieren. Der Markt für Agri-PV ist noch jung, doch das Potenzial ist erheblich: Mit Millionen Hektar potenziell geeigneter Flächen in Deutschland und Europa verfügt feld.energy über einen beträchtlichen Wachstumsmarkt.
HV Capital führt die Runde an
HV Capital, ein führender europäischer Venture-Capital-Fonds mit Schwerpunkt auf Deep-Tech und Nachhaltigkeit, führt die Finanzierungsrunde an. Das Berliner Investitionshaus hat sich mit Investitionen in andere Cleantech-Unternehmen einen Namen gemacht und bringt damit branchenspezifisches Wissen mit.
Weitere Investoren der Runde sind AENU und Angel Invest, mit zusätzlicher Beteiligung von Future Energy Ventures. Diese Konstellation zeigt das starke Vertrauen in das Geschäftsmodell und das Team hinter feld.energy. Die eingesammelten Mittel dienen dem beschleunigten Produktentwicklung, dem Aufbau des Go-to-Market-Prozesses und der Expansion des Teams. feld.energy wird das Kapital nutzen, um erste Pilotprojekte umzusetzen und die Kommerzialisierung seiner Systeme voranzutreiben.
Starkes Marktumfeld für Agri-PV
Die Finanzierung von feld.energy unterstreicht das wachsende Interesse an Agri-Photovoltaik als Lösungsansatz für die Energiewende. In Deutschland und der EU existieren günstige regulatorische Bedingungen: Die Agri-PV wird durch Förderprogramme unterstützt, und Landwirte erhalten Anreize zur Elektrifizierung ihrer Betriebe. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach erneuerbaren Energien kontinuierlich.
Die Branche verzeichnet zunehmend Investitionen. Während etablierte Solarunternehmen die Agri-PV als Zusatzgeschäft sehen, entstehen spezialisierte Startups wie feld.energy, die diese Sparte zur Kernkompetenz machen. Die Kombination aus Technologie-Know-how und Verständnis für landwirtschaftliche Prozesse wird zum Wettbewerbsvorteil.
Dies ist die erste größere Finanzierungsrunde von feld.energy und markiert einen wichtigen Meilenstein für das 2023 gegründete Unternehmen. Mit den 10,8 Mio. € verfügt feld.energy nun über substantielle Mittel, um seine Position im noch fragmentierten Agri-PV-Markt zu stärken.
Wachstumskurs nach Hamburg
feld.energy sitzt in Hamburg und plant, die eingesammelten Mittel zur Markterschließung in Deutschland und darüber hinaus einzusetzen. Mit 10,8 Mio. € in der Kasse kann das Unternehmen nun die Pilotphase abschließen und in die Skalierungsphase übergehen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu demonstrieren, dass die modularen Agri-PV-Systeme nicht nur technisch funktionieren, sondern auch wirtschaftlich für Landwirte attraktiv sind.








